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Viersen: Udo Schiefner ruft zum Kämpfen auf

Viersen : Udo Schiefner ruft zum Kämpfen auf

Die SPD im Kreis Viersen hat ihre Kandidaten für die Kreistagswahl aufgestellt. Hans Smolenaers, aktuell Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag, führt die Reserveliste an.

Die Sonne strahlt mit Macht durch die großen Fenster in der Viersener Generatorenhalle und stellt die festlich geschmückten Weihnachtsbäume gnadenlos in den Schatten. Es riecht nach Neuanfang und Aufbruch. "Die SPD ist stark. Wir sind da. Wir werden kämpfen", sagt der Vorsitzende Udo Schiefner bei der Delegiertenkonferenz des SPD-Kreisverbandes.

Die großen Überraschungen blieben aus. Ziemlich einmütig schickten die 86 Delegierten als Vertreter der etwa 1200 SPD-Mitglieder aus den neun Ortsverbänden im Kreis ihre Kandidaten für die 27 Wahlkreise bei der Kreistagswahl ins Rennen. Bei der vorigen Wahl 2009 hatte es noch 30 Wahlbezirke gegeben.

Dem Kreistag gehören aktuell 64 Vertreter an, davon weisen 15 ein SPD-Parteibuch auf. Da die Einwohnerzahl im Kreis Viersen jedoch unter 300 000 gesunken ist, soll der zukünftige Kreistag nur noch 54 Mitglieder haben. Die Zahl der Wahlbezirke sinkt auf 27.

Das führt dazu, dass Viersen und Willich, Grefrath und Nettetal, Brüggen und Niederkrüchten je einen gemeinsamen Wahlbezirk haben werden. Auch auf den ersten Plätzen der Reserveliste, für die Fraktionen, die geringere Chancen auf Direktmandate haben, besonders wichtig zur Absicherung ihrer Kandidaten, gab es keine Überraschungen. Nur ein einziges Mal, als Christian Gosselk von den Jusos aus Willich sich gegen Ralf Hussag aus Nettetal um Listenplatz zehn bewarb, und nur knapp mit 41:44 unterlag, wurde es spannend.

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Hans Smolenaers, der aktuelle SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, führt die Reserveliste gefolgt von den aktuellen Kreistagsmitgliedern an. Deutlich wird allerdings, dass ein gutes Abschneiden vor allem für die kleineren Ortsverbände im Westkreis wichtig wird, um überhaupt im Kreistag vertreten zu bleiben.

Niederkrüchten, Schwalmtal und Brüggen platzierten ihre Kandidaten Hermann Meyer, Heinz Nickel und Udo Rosowski auf den Plätzen 13 bis 15. "Wir wollen eine starke Fraktion im Kreistag", sagte Udo Schiefner. Der Vorsitzende forderte seine Parteigenossen auf, für ein deutlich besseres Ergebnis zu kämpfen und eine stärkere Rolle zu spielen. Eine starke SPD sei für die Streitkultur und die Lebendigkeit wichtig. Schiefner forderte, dass sich der Kreis Viersen im Konzert der Regionen besser positionieren müsse. "Der Kreis Viersen bekommt die wenigsten EU-Mittel. Andere Kreise sind das wesentlich cleverer. Der Kreis Viersen darf nicht dazu verkommen, dass man hier nur gut wandern und Kaffee trinken kann. Wir müssen gestalten statt verwalten", sagte Schiefner und spielte dabei in besonderer Weise auf die Wirtschaftsförderung, die Familien-, Bildungs- und Sozialpolitik sowie die Mobilität an. Die SPD müsse dafür eintreten, den Kreis zukunftsfähig aufzustellen: "Mit gesundem Menschenverstand müssen wir Zukunftsvisionen entwickeln, keine Zukunftsspinnereien."

Die SPD erinnerte an Marie-Luise Morawietz, die Anfang Januar starb. Die ehemalige Kreistags- und Landtagsabgeordnete sowie Vize-Landrätin genoss hohes Ansehen in der Partei, ihr sei keine Aufgabe zu groß und keine zu klein gewesen.

(wiwo)