Stadt Willich: Ein ungleiches Paar führt die Narren an

Stadt Willich : Ein ungleiches Paar führt die Narren an

Für Wolfgang und Sabine Pape ist ein Wunsch in Erfüllung gegangen: Sie sind Prinzenpaar der Stadt Willich. Jetzt steht der Höhepunkt bevor, denn heute soll die Stadtkasse geplündert werden. Dann folgt der Straßenkarneval.

Sie sind ein etwas ungleiches, aber harmonisches Paar: Er - Wolfgang Pape - sitzt entspannt und gemütlich zurückgelehnt im Sessel. Sie - Sabine Pape - wirkt dagegen etwas nervöser: "Ach, wenn ich dran denke, werde ich ganz wibbelig", meint sie. "Dran denke" - das heißt, an die nächsten tollen Tage. Denn Wolfgang I. und Sabine II. Pape führen als "Oberjecken" und "Prinzenpaar der Stadt Willich" das närrische Volk in ganz Willich durch die Session.

Alle laufen jetzt zur karnevalistischen Hochform auf, denn heute mit Altweiber, Tulpensonntag in Anrath und Rosenmontag in Neersen kommen die wichtigsten Tage. Wolfgang Pape blinzelt über seinen Brillenrand, ein leichtes Schmunzeln scheint aus seinem Gesicht: "Klar, wir freuen uns auf das, was da auf uns zukommt", erklärt der gebürtige Osterather.

Und da kommt Einiges auf die beiden zu: Sie wollen mit viel Unterstützung an Altweiber das Schloss in Neersen stürmen, die Regentschaft übernehmen und die Stadtkasse plündern. "Hoffentlich ist noch etwas in der Kasse, damit wir bis Aschermittwoch richtig feiern können", meint der Prinz. Beide sind in Osterath aufgewachsen und beschreiben sich "als rheinische Frohnaturen", wobei die Prinzessin in Bruchsal (Baden-Württemberg) geboren wurde, aber als Kleinkind mit ihren Eltern an den Niederrhein gekommen ist.

Dabei waren sie eigentlich keine Karnevalisten, Wolfgang war zunächst Musiker im Bundesspielmannszug "Treu zu Osterath", in dem er noch heute alle zwei Jahre beim Schützenfest in Osterath mitspielt. Später wurde er Schütze im ASV-Schützenzug "Onger os" und den "Trödeljonges". Heute noch ist er begeisterter Schütze im "ASV-Wachzug" und marschiert beim Schützenfest in Willich mit. Im Festzelt beim Schützenfest in Osterath haben sich die beiden 1976 auf der Tanzfläche kennengelernt, und sofort hat es gefunkt. Mit den drei Kindern Holger (32), Stefanie (30) und Kerstin (27) wohnen sie seit 1984 in Willich und freuen sich auf ihr erstes Enkelkind, das im Mai ankommen soll.

"Mitte der 90er-Jahre waren wir auf eine Karnevalssitzung der KG Edelweiß", erklärt Wolfgang Pape, "dann sind wir mit dem närrischen Bazillus angesteckt worden."

Seit 1997 ist Wolfgang Pape aktives Mitglied der Karnevalsgesellschaft. Zunächst war er Schriftführer, und schließlich wurde er 2008 zum Vorsitzenden gewählt. Sabine ist seit 1998 aktives Mitglied im Verein und zuständig für die Mitgliedsbetreuung. "Es gab immer mal so Anwandlungen, dass wir das Prinzenpaar machen wollten", erklären die beiden. "Dann, 2014, beim 100-Jährigen der KG Edelweiß haben wir uns entschlossen, da Willich zwei Jahre lang kein Prinzenpaar mehr hatte, dass wir das Narren-Zepter übernehmen", erklärt der Prinz.

Vorsitzender der KG Edelweiß, als "Blumenmann" Büttenredner auf den Sitzungen und jetzt Prinz der Stadt Willich - Wolfgang Pape genießt das Karnevalsleben in all seinen Facetten. Wichtig für ihn ist dabei: "Eine Portion Humor, ein Koffer Herzlichkeit und eine Hand voll Familie. Denn ohne die geht es nicht", so Pape. Daher unterstützen ihn während der gesamten Session 2014/2015 seine Frau und die Kinder - allerdings nicht nur hinter den Kulissen, sondern mit ihm auf der Bühne. "Wenn es um die Reden geht, ist er dafür zuständig", verweist Prinzessin Sabine liebevoll auf den 60-jährigen Prinzen. "Ich bin eher für das schunkeln, tanzen und Bützchen geben zuständig", erklärt sie die Arbeitsteilung. Der Prinz lehnt sich wieder zurück in seinen Sessel und blickt schmunzelnd über seinen Brillenrand getreu dem Motto des Prinzenpaares "Leben, lieben, lachen - die Welt ein bisschen bunter machen!".

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(djm)