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Wesel: THW zieht Jugend an, es fehlen aber Erwachsene

Wesel : THW zieht Jugend an, es fehlen aber Erwachsene

Bei den Übungsabenden des Technischen Hilfswerks geht es munter zu. Allein die Jugendgruppe, die auch in den Ferien aktiv blieb, hat gut 30 Mitglieder. Sie lernen im Ortsverband Wesel das Retten und Bergen.

In den Kanonenbergen liegt Wesels größter Abenteuerspielplatz. Ruinen und Trümmerfelder fordern geradezu dazu auf, sie ausgiebig zu untersuchen. Was hier auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks geübt wird, ist kein Spaß, sondern harte Arbeit, für die man die richtige Ausbildung braucht. Das Retten und Bergen ist eine ernste Sache. Junge Leute lernen das auf spielerische Art. Dass sie begeistert sind, erkennt man sofort. In ihrer blauen Kluft und mit dem gelben Helm sehen die Mädchen und Jungen ganz professionell aus. Immer dienstags um 18 Uhr ist Übungsabend. Dann kommen beim THW Ortsverband Wesel alle Gruppen zusammen. Allein die Jugend zählt gut 30 Mitglieder im Alter von zehn bis 17 Jahren.

Auch in den Ferien blieb der Übungsabend für sie im Angebot. Die Jugendlichen und die Eltern fanden das gut, berichtet Betreuerin Sandra van der Lugt (33). Ihr Mann Marco van der Lugt, Dienststellenleiter des Ortsverbandes, freut sich über die stattliche Jugendgruppe. Aber er hätte auch gern Zuwachs bei den Erwachsenen. Organisationen wie das THW leiden unter dem Wegfall der Wehrpflicht. Die sorgte früher für Personal, das lieber ein paar Jahre Ersatzdienst leistet, als zum Bund zu gehen. Aktuell gehören dem Ortsverband Wesel rund 40 aktive Helfer von 18 bis zum Rentenalter an. Johannes Sorge zum Beispiel ist seit 41 Jahren dabei.

Ein 54-Jähriger, der zwölf Jahre Soldat war, hat sich jüngst gemeldet und ein 22-Jähriger, der durch die Medien auf das THW aufmerksam geworden war. "Von denen hätten wir gern noch zehn", sagt Marco van der Lugt und zeigt mit Stolz die gute Ausstattung des Ortsverbands Wesel mit geländegängigen Fahrzeugen und hochkarätigen Werkzeugen. So gibt es nicht nur alles für die Suche nach Verschütteten und deren Rettung. In der Rheinstadt Wesel gibt es natürlich auch eine Fachgruppe "Wassergefahren" (siehe Info-Box). Deichverteidigung wird regelmäßig geübt. Ein flottes Schlauchboot gehört mittlerweile ebenso zur Ausrüstung wie Material für den Bau von Stegen, Brücken, Rettungsinseln und Behelfsfähren. Sieben freiwillige Helfer des THW Wesel waren unlängst in Magdeburg im Kampf gegen Hochwasser.

"So ein Einsatz ist das motivierende Element", weiß Marco van der Lugt, der selbst in Weißrussland und Bosnien Erfahrungen sammelte. Katastrophen sehnt sich niemand herbei, aber es wäre schön, so sagt er, wenn das THW häufiger mal angefordert würde: "Auch kleine Einsätze helfen bei der Ausbildung." Das THW kann Unfallstellen taghell ausleuchten, umgestürzte Bäume abräumen oder auch Steganlagen für Drachenbootrennen aufbauen. Bei Letzterem dürfen auch die Jüngsten ihr Können zeigen.

(RP)