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Fußball: BW Dingden braucht mehr Stabilität

Fußball : BW Dingden braucht mehr Stabilität

Bezirksligist beendete die vergangene Saison auf Rang drei. Doch nicht alles lief rund. Der Schuh drückt in der Defensive.

Sven Westhus hat die abgelaufene Saison analysiert. Der Trainer von Fußball-Bezirksligist BW Dingden war unter dem Strich mit dem Abschneiden hoch zufrieden. Seine Mannschaft beendete die Spielzeit als Aufsteiger auf dem dritten Platz. Streckenweise lieferten sich die Blau-Weißen an der Tabellenspitze sogar ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem späteren Meister SC 26 Bocholt. Doch der Coach will seine Schützlinge noch besser machen und weiß, wo er den Hebel ansetzen muss. "Wir haben über 50 Gegentore kassiert. Da läuten bei mir alle Alarmglocken. Wir müssen ein kompaktes Gefüge werden", sagt Westhus.

Ein Grund für die vielen Gegentore seien "die Abwehrspieler mit zu großem Offensivdrang" gewesen, so Westhus. Jetzt gilt es dieses Verlangen in die richtigen Bahnen zu lenken. "Wir müssen uns anders ausrichten. Unsere Grundordnung wird defensiver sein", kündigt Westhus an. Ein solcher Kicker, der gerne über die linke Außenbahn in den gegnerischen Strafraum eingedrungen ist, hat den Verein im Sommer Verlassen. Oliver Kottwitz kehrte zu seinem Heimatclub SV Brünen zurück. "Sein Abgang und der von Alexander Giese ist schwerwiegend. Daraus müssen wir keinen Hehl machen. Wir haben mit den Neuverpflichtungen bewusst auf diese Verluste reagiert", sagt Westhus.

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Björn Kräbber, Neuzugang von Olympia Bocholt, wäre eine Alternative für die linke Seite. Sein neuer Trainer sieht seine Stärken aber eher im zentralen Mittelfeld. Der 29-Jährige, der nach zwei Kreuzbandrissen zwischenzeitlich sogar überlegt hatte, die Schuhe an den Nagel zu hängen, hat bei Sven Westhus bisher bleibenden Eindruck hinterlassen. "Er wirkt von seiner Körpersprache sehr reif. Seine Handlungen sind überlegt und er strahlt Ruhe aus. Björn ist ein Führungsspieler, der uns weiterhelfen wird", sagt der Dingender Trainer.

Christof Rülfing, den BWD vom B-Ligisten DJK TuS Stenern verpflichtete, konnte bislang ebenfalls überzeugen. Bei der 3:6-Niederlage im Testspiel beim künftigen Ligarivalen SV Friedrichsfeld zeigte er eine ansprechende Leistung. "Er ist sehr torgefährlich und war in dieser Partie der einzige echte Lichtblick", sagt der Coach. Bei Neuzugang Jannik Hoyer (Hamminkelner SV) hofft Westhus, "dass er an seine guten Leistungen anknüpfen und vielleicht noch ein Paar Prozent mehr rauskitzeln kann".

Bei der Vorgabe eines realistischen Saisonziels tut sich Sven Westhus noch äußerst schwer. Die neue Bezirksliga-Gruppe mit Teams aus dem Kreis Oberhausen-Bottrop ist für ihn — wie für die meisten seiner Kollegen auch — bisher ein unbeschriebenes Blatt. "Es gibt zu viele Fragezeichen. Die Liga ist für uns eine Wundertüte", sagt Westhus, der zuerst nicht glücklich über die neue Zuteilung war. "Anfangs war ich sehr enttäuscht. Doch mittlerweile reizt mich diese Aufgabe gegen die neuen Mannschaften zu spielen. Und auch für die Spieler ist das eine neue persönliche Erfahrung", sagt Westhus. Und vielleicht wird's mit einer defensiveren Ausrichtung erneut eine erfolgreiche Spielzeit für die Blau-Weißen.

(stgi)