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Hamminkelns Ringen um neue Bestattungsangebote

Debatte um Friedhofshalle : Hamminkelns Ringen um neue Bestattungsangebote

In Hamminkeln läuft die Debatte darüber, ob die Friedhofshalle saniert oder die bestehende neu gebaut werden soll. Auch ein Kolumbarium will die CDU zur Diskussion stellen.

Bei Bestattungen Hüning in Dingden steht der würdevolle Abschied im Mittelpunkt. Jüngst zeigten die Bestatterinnen Gertrud und Birgit Hüning Helmut Wisniewski von der USD und Hamminkelns Bürgermeister Bernd Romanski wie wichtig es ist, die Aufbahrung der Toten in dezent geschmückten, mit Kerzen versehenen und in zurückhaltendes Licht getauchten Räumen möglich zu machen. Zwei dieser Räume gibt es bei Hüning. In einem holt ein Wandbild den Horizont heran. Eine besondere Stimmung. Dennoch heißen solche Abschiedsgelegenheiten nüchtern Kühlräume. Sie sind mit Kühlungen versehen, die das Aufbahren bei sieben Grad für eine gewisse Zeit ermöglichen. Nach den Erfahrungen von Gertrud Hüning ist es vielen Menschen immer wichtiger geworden, sich von den Gestorbenen zu verabschieden.

Das ist nicht an allen Friedhöfen möglich. Ohnehin ist in Corona-Zeiten der Zugang zu den Kühlräumen und damit der Abschied nur begrenzt zu realisieren. „Nur die Familie ist zugelassen. Zum Beispiel ist das verbreitete Beten des Rosenkranzes nicht möglich“, erzählt Gertrud Hüning.

Kühlräume vorzuhalten kostet Geld. Das macht sich bei den Friedhofsgebühren bemerkbar, und die spielen bei einem Streitthema, der Einsegnungshalle in Hamminkeln, eine große Rolle. Hier tritt die Verwaltung jetzt auf die Bremse, veranschlagt statt 1,2 Millionen für einen Neubau nun 200.000 Euro für eine Sanierung. Damit bewegt sie sich allerdings nicht auf der Höhe der Zeit. Die Bestattungskultur ist im Wandel, vor allem sind Kolumbarien für Urnenbestattungen gefragt. In dieser Frage hat Hamminkeln nichts zu bieten. „Nachfrage für Urnenbestattung gibt es genug. Ein Kolumbarium würde sehr gut angenommen“, sagt Gertrud Hüning. Die CDU hatte ein Kolumbarium bei der anstehenden Sanierung ins Spiel gebracht. Für die Einsegnungshalle dort hatte es einen Architektenwettbewerb gegeben. Zuletzt ging es um den Siegerentwurf.

Jetzt wird die Sanierungsvariante hochgespült. Die alte Halle aus dem Jahr 1978 soll saniert werden. Bisher werden die Toten in mobilen Kühleinheiten gelagert.

(thh)