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Himmel und Erde: Pfarrer Thomas Brödenfeld aus Wesel zum Advent 2020

Himmel und Erde Pfarrer Brödenfeld aus Wesel : Der andere Advent als eine Chance

Morgen ist der erste Advent. Tannengrün ziert die Räume und der Duft von selbstgebackenen Plätzchen findet seinen Weg von der Küche bis in den letzten Winkel des Hauses. Ich freue mich auf den Gottesdienst in der Kirche. Die vertrauten Geschichten aus der Bibel, die die Geburt des Heilands ankündigen

. Dazu die bekannten Lieder, ohne die Advent nicht vorstellbar ist: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ oder „Tochter Zion, freue dich“.

Und doch wird vieles anders sein in diesem Advent. Gesungen werden darf nach wie vor nicht in unseren Kirchen. Zu groß ist die Gefahr, dass sich Gottesdienstbesucher durch Aerosole anstecken könnten. Der Verzicht auf das Singen in Gemeinschaft schmerzt. Gerade in dieser Zeit. Aber wir haben wunderbare Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker, die auf Orgeln und anderen Instrumenten die Botschaft des Advents in Töne fassen: „Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die erste Kerze brennt! Wir sagen euch an eine heilige Zeit. Machet dem Herrn den Weg bereit! Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr! Schon ist nahe der Herr.“

Dieser Advent wird anders, aber gerade deshalb kann er auch eine Chance sein, die Botschaft des Advents neu zu hören. Die Adventszeit ist eine Zeit der Vorbereitung auf die Ankunft Jesu in dieser Welt, eine Zeit der Vorfreude und der gespannten Erwartung: „Macht hoch, die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit!“ Manches geht nicht in diesem Advent, was wir von früher gewohnt sind. Aber sehr vieles geht sehr gut und kann Menschen zeigen, dass wir auch in diesen Zeiten von der Hoffnung und der Erwartung auf die Geburt des Retters leben. Briefe und Anrufe, kleine Zeichen der Aufmerksamkeit und Wertschätzung verbinden uns in diesem Advent, wo Besuche nicht möglich sind. Und gemeinsam vertrauen wir darauf, dass wir von der Dunkelheit ins Licht, von der Ratlosigkeit in die Vergewisserung und von der Furcht in die Verheißung gehen.

(RP)