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Hamminkeln: Rat und Schulausschuss wollen Kita mit Container erweitern

Versorgungslücke in Hamminkeln : Ein Container für die evangelische Kita?

Schnell soll die Kita in Hamminkeln an der Mehrhooger Straße für drei Jahre erweitert werden. Das Vorhaben könnte große Folgen haben und die Schulplanung blockieren – ausgerechnet in Zeiten des Standortstreits um die Grundschule.

Der Kreis Wesel ist zuständig für die Kindergartensituation in der Stadt Hamminkeln. Aktuell geht es um das Kitajahr 2022/23. Die Anmeldungen sind ausgewertet, und es hat sich herausgestellt, dass mit der neuen Kindertageseinrichtung in Dingden der Betreuungsbedarf in Hamminkeln für alle Kinder über drei Jahre abgedeckt ist. Zumindest rechnerisch.

Denn der Erweiterungsbau an der katholischen Kita Mehrhoog erfolgt erst im Sommer 2023. Das hat eine zeitweise Versorgungslücke zur Folge. Dadurch kommt die evangelische Kita an der Mehrhooger Straße in Hamminkeln ins Spiel. Die Entfernung nach Mehrhoog gilt als machbar, deshalb soll nun die Einrichtung an der Mehrhooger Straße befristet erweitert werden. Zuständig ist zwar der Kreis Wesel, politisch steht das Thema aber auch im nächsten Schulausschuss der Stadt an.

Besonders interessant wird es durch die aktuelle Debatte um den Schulstandort der Grundschule. Die befristete Erweiterung der Kita würde über Container organisiert, eine pädagogisch und räumlich eher ungeliebte Variante. Drei Jahre lang soll das Provisorium bestehen bleiben. Die Kosten der Herrichtung übernimmt der Kreis Wesel, der besagte Unterbringungsart auf dem Rasen des benachbarten städtischen Spielplatzes realisieren will.

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Die evangelische Einrichtung wäre laut Vorlage für den Ausschuss damit zufrieden, könnte so auch Geschwisterkinder aufnehmen. Außerdem könnten mit der Containerlösung mehr Ü3-Kinder aufgenommen werden. Und die Stadt? Grundsätzlich würde die Verwaltung der Nutzung des Spielplatzes zustimmen, heißt es. Doch diese Fläche wird aktuell in der politischen Debatte zur Erweiterung der Grundschule an der Bislicher Straße oder zum Neubau an der Diersfordter Straße einbezogen. Ein weiterer Aspekt wird in der Vorlage so beschrieben: „Darüber hinaus hat die evangelische Kirchengemeinde mitgeteilt, dass sie einem Neubau durch einen Investor offen entgegensteht. Allerdings steht hierfür aktuell keine Fläche zur Verfügung.“

Zwar betrachtet die Verwaltung den jetzigen Standort der evangelischen Kita als „sehr gut“, auch weil sich in der Gesamtlage die im Ortsteil Hamminkeln befindlichen Kitas gut in den Wohngebieten verteilen. Aber eine Drei-Jahres-Lösung würde Pläne für ergänzende Schulbauten für die kommenden Jahre blockieren, heißt es. Klar wäre das erst, wenn die umstrittene politische Entscheidung zum Grundschulstandort gefallen ist. Die steht jetzt an.

Zudem müssten ab August 2022 Eltern einen längeren Weg in Kauf nehmen, weil Planung und Neubau einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Der Beschlussvorschlag nimmt genau das auf: „Der Ausschuss empfiehlt dem Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung wie dem Rat für die Dauer von drei Jahren der evangelischen Kindertageseinrichtung an der Mehrhooger Straße in Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinden an der Issel eine Teilfläche des Spielplatzes an der Mehrhooger Straße zur Errichtung eines Containers zu überlassen.“