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Schulen in Hamminkeln: CDU und SPD rücken Neubau der Grundschule näher

Streitthema in Hamminkeln : Neubau der Grundschule rückt näher

In der Frage nach dem Standort für die Grundschule in Hamminkeln zeichnet sich eine Entscheidung ab: Die CDU will ihre Tendenz am Montag endgültig klären, die SPD plädiert sogar längst für das Bauprojekt an der Diersfordter Straße.

Die Grünen haben eigens zu einem Pressegespräch geladen, auch FDP, USD und FWI haben sich das Thema Grundschule gegriffen und ihre Meinungen zur umstrittenen Standortfrage abgegeben. CDU und SPD haben örtlich bekannten Parteimitgliedern die Öffentlichkeit überlassen. Sie sprechen für sich – wie der ehemalige SPD-Rats- und Kreispolitiker Günther Crefeld, der mit seiner Meinung als Privatmann auftauchte, oder Wilhelm Kloppert (CDU), ebenfalls früher im Rat, diesmal aber als Mitglied der Initiative der Bürgerinitiative „Die Schule im Dorf lassen“. Sie liefern das Pro und Contra für Erhalt beziehungsweise Verlagerung der Grundschule ab – und ein Spiegelbild der bestehenden Kontroverse.

Bleibt allerdings die Frage, warum die größten Fraktionen im Hamminkelner Rat nicht aus der Deckung kommen. Unsere Redaktion hat nachgefragt – und klare Meinungen gehört. Unter anderem, dass die CDU „offen“ gegenüber Argumenten ist und die Standortfrage am Montag in der Fraktion endgültig klärt und damit am Mittwoch nächster Woche in den Rat geht. Tendenz: Der neue Standort kommt. „Wir sind zufrieden mit dem, was uns die Verwaltung geliefert hat mit Gutachten und Plänen. Wir sind nicht grundsätzlich gegen einen Neubau“, sagt Fraktionschef Johannes Bauhaus (CDU).

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Es geht um eine der strittigsten Entscheidungen in den vergangenen Jahren, die nach drei krankheitsbedingten Ausfällen im letzten Rat ins Patt führte. Man wolle bis zur Sondersitzung am 26. Januar abwarten, hieß es jüngst von der CDU. Doch das ist eine offizielle Stimme, intern geht es munter weiter. Kommenden Montag soll in der CDU-Fraktionssitzung die abschließende intensive Auseinandersetzung stattfinden. „Wir wollen noch Antworten der Verwaltung auf unsere Detailfragen hören. Etwa die Preisfrage und das Risiko durch den Altbau. In Ringenberg haben wir ja teure Überraschungen erlebt“, sagt Bauhaus. Um den Knoten politisch durchzuschlagen, sei man von den neusten Erkenntnissen der Fachleute abhängig. Ansonsten, so Bauhaus: „Es ist genug geprüft, wir werden uns am Montag entscheiden.“

Die Tendenz der CDU sei weiter offen, aber für den alten Standort müsse schon ein „erheblicher finanzieller Vorteil nachweisbar und das Risiko abgedeckt sein“. Auf der grünen Wiese an der Diersfordter Straße habe man „mit Altlasten nichts zu tun“. Aber die CDU denke auch an die finanzielle Belastung der Stadt. „Wir wollen das Optimale für Schüler und Lehrer“, zieht dabei Johannes Bauhaus die Linie.

Und die SPD? Jörg Adams (SPD) ärgert sich doppelt darüber, dass seiner Fraktion zuletzt fehlende Klarheit vorgeworfen wurde: „Das ist despektierlich, wir haben uns in mehreren Sitzungen für den Neubau ausgesprochen, zuletzt am 12. Januar in den sozialen Medien den Standpunkt bestätigt.“ Für die Presse hat er Schelte übrig, die habe seine letzte Positionierung „mit einem Satz“ abgehandelt. Dankbar ist er Günther Crefeld für sein veröffentlichtes Statement pro neuem Standort. „Ich teile seine Ansicht zu 100 Prozent. Das waren inhaltlich neun Punkte, die ich unterschreiben würde und die er mir sozusagen weggenommen hat“, sagt Adams. Kritisch sieht er die von Wilhelm Kloppert und Anderen initiierte Unterschriftenliste pro altem Standort. Dort lasse sich nicht das pädagogische Konzept umsetzen, und auch bei einer Sanierung würden steigende Baupreise und unentdeckte Mängel durchschlagen.

Klar sei: In der Sondersitzung des Rates am 26. Januar wolle man den Einstieg in die Planungsphase durchsetzen und für volle Fraktionsstärke sorgen. Heißt: Krankheitsbedingte Ausfälle wie zuletzt will die SPD vermeiden. Allerdings wird sie einen Ausfall verkraften müssen.