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Wermelskirchen: Wie schlimm trifft die Corona-Krise die Katt noch?

Jugendbereich der Katt in Quarantäne : Wie schlimm trifft die Corona-Krise die Katt noch?

Der gesamte Jugendbereich der Katt ist sicherheitshalber geschlossen worden, weil ein Besucher positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Die beiden Mitarbeiter, die Kontakt mit dem Besucher hatten, sind in Quarantäne.

Es war nur ein Besucher; der am vergangenen Freitag den Jugendtreff in der Katt besuchte – und kurz darauf positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Jetzt ist der gesamte Jugendbereich sicherheitshalber geschlossen worden. Die beiden Mitarbeiter, die Kontakt mit dem Besucher hatten, sind in Quarantäne. „Und wir sind dabei, die Anwesenheitslisten zu prüfen, damit wird die anderen Besucher informieren, die an dem Abend dort waren“, sagt Stefan Görnert, Erster Beigeordneter, auf Nachfrage. In Absprache mit dem Gesundheitsamt gilt die Quarantäne bis einschließlich 6. November, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Für diese Zeit bleibt auch der Jugendbereich geschlossen.

Auswirkungen auf das Kulturprogramm in der Kattwinkelschen Fabrik habe das zwar nicht, sagt Kulturchef Achim Stollberg. Doch von gelassener Stimmung ist bei ihm dennoch nichts zu spüren. „Wir warten ab, inwieweit die Corona-Schutzmaßnahmen noch verschärft werden und vor allem, ab wann.“ Seine Hoffnung ist es, dass zumindest noch Zauberkunst-Weltmeister Marc Weide am kommenden Freitag auftreten kann. „Wir haben viel Zeit und Arbeit investiert, um die Veranstaltung auf zwei Vorstellungen aufzuteilen, damit genug Gäste ausreichend Platz haben. Jetzt müssen wir die neuen Verordnungen abwarten, und wenn es zu einem zweiten Lockdown kommt, müssen wir ab morgen alles wieder absagen.“ 

Dass die Maßnahmen verschärft werden, sieht er sogar noch ein: „Das Virus muss eingedämmt werden“, sagt er. „Da muss jetzt ein Deckel drauf, damit wir Weihnachten wieder mit Oma und Opa feiern können.“ Dafür würde er sogar den schmerzenden Einnahmeverlust in Kauf nehmen, weil bis Ende November noch neun Veranstaltungen auf dem Programm der Katt stehen. „Es wird ein Sack voll Arbeit, die im Ernstfall alle abzusagen“, sagt er. Was dem Chef der Katt aber richtig Sorge bereitet ist, „dass das Publikum irgendwann ignorant wird, wenn ständig etwas abgesagt werden muss.“ Und er sieht noch ein anderes Problem, das auf Theater und Kulturbetriebe zukommen könnte: „Ich hoffe, dass sich die Menschen nicht von der Live-Situation entfremden“, sagt Achim Stollberg. „Der Gast entscheidet schließlich mit seinen Füßen, ob er zu einem Event kommt oder eben nicht kommt.“ Das sei in der Gastronomie nicht anders: „Je weniger die Menschen noch rausgehen, um zu essen oder ein Konzert zu erleben, desto mehr gewöhnen sie sich daran, lieber zu Hause zu bleiben. Und das wäre ein Desaster.“ Ein düsteres Bild, das Achim Stollberg da malt. Vor allem für die Künstler, die nicht auftreten dürfen. „Wenn jetzt alles wieder auf Null geh,t ist das für die Künstler unvorstellbar. Die haben dann ja quasi Berufsverbot, wenn sie nicht auf eine Bühne dürfen.“

Was ihm etwas fehle, sei die Verhältnismäßigkeit. „Wir sind in der Katt wirklich sehr vorsichtig. Wir haben eine neue Lüftung eingebaut, ein großzügiges Raumkonzept erstellt und machen die Veranstaltungen so sicher wie möglich.“ Anders sei es hingegen in vollen Bussen und Bahnen. „Im Gegensatz dazu weiß ich ganz genau, wo Herr Müller um 19.27 Uhr in der Katt gesessen hat.“