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Corona-Spürhunde schnüffeln an Reisenden an finnischem Flughafen

Forschungsprojekt : Spürhunde erschnüffeln Corona an finnischem Flughafen

Vierbeiner im Kampf gegen das Coronavirus: Ein Pilotprojekt mit Corona-Spürhunden am Flughafen der finnischen Hauptstadt Helsinki hat den Forschern zufolge vielversprechende erste Ergebnisse geliefert.

Forscher der Universität Helsinki teilten am Mittwoch mit, die drei Hunde aus ihrem Projekt hätten sich bei den Reisenden als beliebte "Corona-Tester" erwiesen. Demnach fanden die Hunde bei 2200 getesteten Passagieren in 0,6 Prozent der Fälle eine Infektion mit dem Coronavirus - vorläufig ist das ein vielversprechendes Ergebnis.

Die Ergebnisse stimmen den Angaben zufolge größtenteils mit den Ergebnissen der Corona-Tests überein, die ebenfalls bei den Passagieren gemacht wurden. "Wir haben 16.000 bis 17.000 PCR-Tests am Flughafen durchgeführt und weniger als ein Prozent davon sind positiv", sagte der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Vantaa, Timo Aronkyto, vor Journalisten.

Nun wollen die Forscher überprüfen, ob die Hunde tatsächlich alle Infektionen erschnüffeln konnten, die auch durch Corona-Tests bestätigt wurden. Die endgültigen Ergebnisse sollen am Ende des Jahres präsentiert werden.

Vorläufige Versuche bei der ersten großen Infektionswelle Anfang des Jahres deuteten den Forschern zufolge darauf hin, dass die Hunde das Virus mit nahezu hundertprozentiger Genauigkeit nachweisen können - bis zu fünf Tage früher als ein Corona-Test.

Die tierischen Schnüffler würden bei Reisenden besonders gut ankommen, teilte die Projektleiterin Soile Turunen mit. Täglich hätten sich rund hundert Menschen freiwillig in eine Schlange gestellt, um an dem Projekt teilzunehmen. "Die Menschen beschweren sich nicht über die Schlange, ganz im Gegenteil", sagte Turunen. Viele würden vorbeikommen, um "Hallo" zu sagen.

Die Forscher arbeiten für das Pilotprojekt mit Spürhundespezialisten von der Organisation "Wise Nose" zusammen. Sie hoffen, dass Spürhunde künftig auch an anderen Orten, wie etwa bei größeren Versammlungen eingesetzt werden können, um Corona-Infektionen zu erkennen. Die Tiere schnüffeln dazu an einem Tupfer, der zuvor über die Haut des Reisenden gewischt wurde.

Obwohl Studien mit Spürhunden auch in anderen Ländern durchgeführt wurden, werden sie noch nicht offiziell zur Erkennung des neuartigen Coronavirus eingesetzt. Es gibt jedoch auch Projekte, bei denen Hunde darauf trainiert werden, bestimmte Krebsarten, Parkinson oder bakterielle Infektionen anhand von Proben zu erschnüffeln.

(pengAFP)