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Wermelskirchen: 40 Brücken sind sicher

Stadt: Stabilität ist gewährleistet : Brücken sind geprüft und saniert

Die Katastrophe des Brückeneinsturzes in Genua schockt Europa. Mit einem mulmigen Gefühl muss hier niemand über Wermelskirchener Brücken fahren. Sie sind sicher, weil sie regelmäßig geprüft werden.

Die Katastrophe in Genua, wo eine Brücke einstürzte und viele Menschen unter sich begrub, wirft Fragen nach der Sicherheit und Kontrollen von Brückenbauwerken hierzulande auf. Das prominenteste Beispiel in der Region für eine nachlassende Tragkraft ist die Rheinbrücke bei Leverkusen, die für den Schwerlastverkehr gesperrt wurde. Aber wie sieht es mit der Stabilität der Brücken in Wermelskirchen aus?

Harald Drescher, Leiter des Tiefbauamtes, kann beruhigen. Die Brücken, auch wenn es hier um kleiner dimensionierte Bauwerke geht, werden regelmäßig geprüft. Jährlich gebe es eine Sichtprüfung, alle drei Jahre eine kleine Prüfung und alle sechs Jahre den großen Check. 40 Brücken gibt es in Wermelskirchen. Ein mulmiges Gefühl beim Überfahren muss niemand haben. Unterm Strich seien sie allesamt in einem guten Zustand.

„Wir sprechen hier aber auch über sehr kleine Brücken von wenigen Metern Länge“, betont Drescher. Die größte Brücke ist jene, die in Tente die Balkanstraße überspannt und die Verkehrsverbindung nach Herrlinghausen schafft. Ein altes und schönes Bauwerk, das in städtischen Besitz ist, wie Harald Drescher erklärt. Diese Bogenbrücke wurde 2016/17 saniert, indem eine neue Fahrbahndeckschicht aufgetragen wurde. „Damit soll verhindert werden, dass Wasser in die Pfeiler sickert und es damit zu Schäden kommt, beispielsweise bei Frost.“ Zuvor seien die Pfeiler saniert und Fugen erneuert worden.

Eine Schwerlastbeschränkung gebe es für die Brücke nicht. Denn über sie rollen auch schwerere Lkw, die das in Herrlinghausen ansässige Unternehmen „Tente Rollen“ beliefern. Bogenbrücken zählen zu den stabilsten Konstruktionen – „das wussten schon die alten Römer“, erinnert Drescher an alte Aquadukte, die Jahrhunderte überdauern.

Dieses Jahr wurde die Sanierung der Brücke Neumühle in Nähe des Wanderparkplatzes an der Vorsperre der Großen Dhünntalsperre grundlegend saniert, ein denkmalgeschütztes Bauwerk, das vor allem Wanderer und Radfahrer nutzen. Die Kosten teilten sich die Städte Wermelskirchen und Wipperfürth.

Eine Brückensanierung steht noch aus, die aber nicht unter städtischer Regie steht: Wie berichtet, wird die Autobahnbrücke Hünger erst im kommenden Jahr saniert. Das Bauwerk aus den 1920er, 30er Jahren sei zwar in einem überraschend gutem Zustand, stellte Gerd Funke, Projektleiter Brückenbau bei Straßen NRW fest. Selbst die Standsicherheit einer großen Flügelwand sei ausreichend, eine Rückverankerung daher nicht erforderlich. Ursprünglich war angenommen worden, dass die Traglast der Brücke zu gering für das wachsende Verkehrsaufkommen sei. Denn die Brücke müsse aber so stabil sein, dass sie als Ausweichstrecke für die A 1 auch stärkeren Verkehrslasten standhält. Allerdings muss die Straßendecke erneuert werden. Es soll eine lastenverteilende Betonplatte eingebaut und die Fahrbahn neu asphaltiert werden. Auch die Entwässerung muss erneuert werden. Zudem werden Brüstung und Kappen erneuert. Im Bereich der Flügelwände erfolge ein Bodenaustausch, um die Last anders zu verteilen.

Die Voruntersuchungen waren so zeitaufwendig, dass sich das gesamte Verfahren verzögerte. Frühestens im Herbst hätte begonnen werden können. Allerdings wäre ein Baustart ungünstig, weil Arbeiten bei Frost und Schnee ruhen müssten. Daher soll die Maßnahme im Frühjahr 2019 beginnen und ohne Unterbrechung abgeschlossen werden.