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Bluesrock mit der Freischlader-Band

Konzert im Haus Eifgen : Von kuschelig bis knüppelhart – kreativer Bluesrock im Haus Eifgen

Das Haus Eifgen ist brechend voll, als Gitarrist und Sänger Henrik Freischlader und seine vier Mannen die Bühne betreten.

Das Haus Eifgen ist brechend voll, als Gitarrist und Sänger Henrik Freischlader und seine vier Mannen die Bühne betreten. Ihm geht ein gnadenlos erwartungsfroher Ruf voraus: Einer der besten Blues-Gitarristen Deutschlands (vielleicht sogar der Beste?) zu sein, der bereits mit solchen Bluesgrößen wie Joe Bonamassa und der Blueslegende B.B. King auf Bühnenbrettern stand. Und jetzt spielt er im „Wohnzimmer“ des Eifgen.

Für die zahlreichen Gitarristen unter den Besuchern ein Tempel: Wenn sie es geschafft haben, sich nach vorne dicht hinter die Mädels positioniert zu haben, stehen sie Aug in Aug mit dem stets lächelnden und gut gelaunten Gitarristen und können jede noch so winzige Bewegung seiner Flitzefinger verfolgen. Und zusätzlich seine Verstärkeranlage bewundern – von den Effektgeräten bei Fuß über Lautsprecherbox und Verstärker hin zu seiner wunderschönen, schlicht-eleganten Gitarre „Gibson Les Paul“.

Aber vor allen Dingen wollen sich die Leute hineinsaugen lassen in Freischladers strudelnde Faszination aus Blues und Rock, dargeboten in einem Mix aus kompromisslosem Gitarren-Gebretter, wieselflinken Sololäufen und energiegeladenem Blues von kuschelig bis knüppelhart. Darüber schwebt dann nur eines: Feeling, Feeling und noch einmal Feeling. Schon ein einzelner Saitenton Freischladers - am langen Leben erhalten mittels Fingervibrato und Rückkopplung - kann dieses (fast) unbeschreiblich intensive „Bluesfeeling“ erzeugen, das Gänsehaut erzeugt und die Sinne vernebelt.

Seine Band - Moritz Meinschäfer (Schlagzeug), Armin Alic (Bass), Roman Babik (Keyboards) und Marco Zügner (Alt-Saxophon) - trägt den Prinzipal mit in die Sphären des E-Gitarren Olymp, ohne sich selbst dabei aufzugeben. Sowohl Bassist als Saxofonist zeigen beeindruckende Qualitäten, wenn sie mal von der Leine gelassen werden. Meinschäfer trommelt dazu unerschütterlich wie eine menschliche Maschine und liefert exakt das benötigte ruhig-rhythmische Fundament.

Die Songs entspringen zum großen Teil dem neuesten Album der Band „Hands on the Puzzle“. Und schon das erste Stück zeigt, wo es lang geht: Ein Bluesrock, dessen Anfangsriff stark an den Hit „Politician“ der einstigen Supergroup „Cream“ erinnert. Jetzt gleichwohl gespielt mit ungeheurem dichten Druck und Drive. Dazu liefert Freischlader launige Ansagen, die das Gefühl vermitteln, Teil einer wohltuenden Gemeinschaft zu sein. Inklusive seiner Gitarre. Sie jault, kreischt, säuselt und flüstert, ganz wie der Meister es will und wird so zum willfährigen Instrument in seinen Händen. Auch wenn er die Saiten bis zur (Zahn-)Schmerzgrenze über drei Halbtöne zieht, um Gitarrenriffs mit „schmutzigen“ Tönen zum Ende zu schleifen. Das ist die große Kunst des E-Gitarrenblues, und Freischlader kann auch hier mit einem Joe Bonamassa locker mithalten. Kein Wunder, dass die ganz vorne stehenden Besucherinnen Antje Walter und Julia Noll begeistert mitgehen und damit das Fazit des Abends aussprechen: „Ein grandioses Konzert – toll, dass wir dabei sind.“