Wermelskirchen: "Gotteslob" mit Lied aus Wermelskirchen

Wermelskirchen : "Gotteslob" mit Lied aus Wermelskirchen

Das neue Gebet- und Gesangbuch "Gotteslob" ist angekommen. Einige Besucher der katholischen Messe kennen es bereits seit Sonntag, 23. Februar. Zum ersten Mal wurde an diesem Tag im Erzbistum Köln Lieder daraus gesungen.

An das neue Gesangbuch müssen sich viele deshalb erst noch gewöhnen — es ist größer, dicker und damit schwerer als das alte. In die gewohnte Damenhandtasche passt es nicht mehr, sagte Kirchenmusiker Marcus Richter bei einer "vertiefenden Einführungsveranstaltung" am Samstag im Pfarrzentrum St. Michael. Aber das habe auch sein Gutes: Vielleicht gibt es ja jetzt eine neue Handtasche, scherzte er.

Ein neues Gesangbuch — das vorherige war seit 1975 in Gebrauch — sei notwendig geworden, sagte Richter, auch, weil sich alles weiterentwickle: die Sprache, das Musikverständnis und auch die Anforderungen der Benutzer. Das "Gotteslob" sei nicht nur ein Liederbuch. Es lade zur Begegnung mit Gott und zum Bibellesen ein. Ferner liefert es detaillierte Hintergrundinformationen zu Begriffen wie "Amen" und "Hosianna" und erläutert die Sakramente. Ein "Begleiter für die kleinen und großen Wege des Lebens".

Das Buch besteht aus einem "Stammteil" mit 280 Liedern, der in allen katholischen Gemeinden Deutschlands, Österreichs und Südtirols derselbe sei. Hinzu kommt ein diözesaner Eigenteil, der den Stammteil um regionale Aspekte ergänzt. Je nach Umfang dieses Eigenteils umfasst das "Gotteslob" zwischen 1200 und 1300 Seiten.

Das neue Gesangbuch stößt nicht bei allen Kirchenbesuchern auf ungeteilte Freude. Richter berichtete über Kommentare von Kirchenbesuchern, darunter einige auch aus Kindermund: "schwer, unhandlich, komisch, fremd, schön, dick, grau, stinkt, toll". Im Gegensatz dazu gefiel allen befragten Besuchern der Einführungsveranstaltung das neue Gesangbuch gut. Die neuen Lieder seien "sehr schön". Allerdings sei der Umfang zu groß, um sich jetzt schon zu Beginn Lieblingslieder merken zu können. Pastoralreferent Stefan Haas erinnerte sich an ein Lied, das eine Melodie des Musicals "Jesus Christ Superstar" enthält — allerdings mit einem geänderten Text. Marcus Richter wollte für sich kein Lieblingslied auswählen — das hieße, die Qualität der anderen zu schmälern.

Vielleicht gefällt den Wermelskirchenern auf Anhieb das Lied Nr. 712 "Aus der Tiefe unserer Nächte". Für dieses Lied zeichnen zwei Wermelskirchener verantwortlich: Die Musik stammt von Fritz Ihlau, der Text von Winfried Pilz. Pilz war unter anderem auch Rektor der Begegnungsstätte Haus Altenberg und Priester in der hiesigen Gemeinde. Der Dabringhausener Fritz Ihlau war als Komponist und Programmdirektor des WDR. "Nr. 712" sangen die Besucher jetzt gleich zweimal.

(bege)
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