Wermelskirchen: 200 proben für "Classic meets Pop"

Wermelskirchen : 200 proben für "Classic meets Pop"

Mitglieder aller Ensembles üben zwei Tage gemeinsam für das musikalische Großereignis, das Anfang April stattfindet. Dirigent und Chorleiter helfen den Teilnehmern, sich mit Kollegen aus anderen Bereichen musikalisch zu arrangieren.

Die Sonne scheint, aber, so flüstert eine Geigerin zur anderen: "Nicht für uns, wir müssen proben." Das komplette Ensemble für das musikalische Event "Classic meets Pop" sitzt und steht im Pädagogischen Zentrum des Gymnasiums zur Sonderprobe. Das Schlagzeug zischt, die Tuba dröhnt, die Geigen zirpen, die Sänger auf der Bühne wippen im Takt und: "Shout!" ertönt der letzte Akkord des gleichnamigen Stücks. Dirigent Alfred Karnowka greift zum Mikro. Ohne kommt er gegen die Menge auf der Bühne und davor nicht an: "Da stimmt noch so einiges nicht, Ziffer 20, bitte."

Jenny Rizzo, Sängerin der Band "Jokebox" und Solistin des Stücks, feilt an ihren Einsätzen. "Der Chor kann noch viel selbstbewusster sein", ermuntert Karnowka. Zum zweiten, dann zum dritten Mal wird die Stelle in Angriff genommen.

Jetzt feuert nicht nur Chorleiterin Silke Vogel, sondern auch Ralf Becker, der Frontmann von "Jokebox", die singende Mannschaft der 80 Sänger an. Dazwischen wedelt Sylvia Wimmershoff mit ihrer Partitur durch die Reihen.

Bei "Classic meets Pop" 2014 wollen die teilnehmenden Ensembles noch mehr Stücke gemeinsam spielen als beim letzten Mal. Das bedeutet noch mehr Arrangements für die große Besetzung mit Sinfonieorchester, Blasorchester, Band und Chor. Neben Joachim Kuipers und Alfred Karnowka hat auch Wimmershoff, Geigerin und seit kurzem die 1. Vorsitzende des Sinfonieorchesters, welche beigesteuert.

Der Dirigent verzweifelt unterdessen kurzzeitig an den viel zu klein gedruckten Taktzahlen. Wären sie allerdings größer, würde die Partitur schwerlich auf sein Notenpult passen. Auch wenn dem einen oder anderen Musiker zunächst noch die Orientierung verloren geht, die Bedeutung der Proben ist allen klar. Die sonst einzeln musizierenden Ensembles müssen sich einspielen, zusammenwachsen und "zusammenraufen". Da wird gefachsimpelt über Texte und Töne. Kommentar von Sylvia Wimmershoff: "Mit den Proben ist es wie beim Sport. unglaublich anstrengend, aber hinterher fühlt man sich besser." Anberaumt sind nicht nur an diesem Wochenende jeweils acht Stunden Probe pro Tag, sondern auch noch eine weitere Ganztagsprobe in zwei Wochen.

Da muss auch die Familie mitziehen. Keine Probleme bei diesem Thema hat May-Britt vom Stein. Die gesamte Familie ist mit von der Partie: Ehemann Peter, Sohn Lasse und Tochter Ninja. "Es gibt einige Familien, bei denen gleich mehrere Mitglieder dabei sind. Das gilt auch für uns", berichtet Dr. Isabel Wieland, die ehemalige Vorsitzende des Sinfonieorchesters.

May-Britt vom Stein, die nicht nur als Querflötistin vom Blasorchester Dabringhausen mitwirkt, sondern auch zwischendurch je nach Stück in den Sopran wechselt, ist begeistert: "Ich finde es einfach super, auch mal was Klassisches zu singen." Sonst ist sie im Gospelchor "Good News Singers" aktiv.

Gerade deswegen begann Silke Vogel schon nach den Osterferien 2013 mit den Proben. Das Klassische, etwa das "Halleluja" aus Händels Messias oder auch der italienische Text zu den Klängen von Verdis "Aida", sei für viele ungewohnt. Etwa 90 Sänger im Alter von 13 bis 83 Jahren hat Vogel vorbereitet. Insgesamt werden bei dem Konzert etwa 200 Musiker dabei sein. Nach den umfangreichen und erfolgreichen Proben zu urteilen, erwartet Wermelskirchen in vier Wochen ein musikalisches Ereignis erster Güte.

(RP)
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