Wegberg: "Besser schrittweise als gar nicht"

Wegberg: "Besser schrittweise als gar nicht"

Eine Tankstelle, eine Taxizentrale und zwei Hallen für Handwerksbetriebe und einen technischen Versandhandel sollen auf dem alten Ziegeleigelände in Uevekoven entstehen. Offen bleibt, was aus dem hinteren Teil des Areals wird.

Nach monatelangem Stillstand rollen jetzt wieder die Bagger über das alte Ziegeleigelände an der Erkelenzer Straße in Uevekoven. Viele Bürger freuen sich darüber, denn von manchen wird die Industriebrache mit ihrem verkehrsgünstig gelegenen Standort am Grenzlandring als Schandfleck wahrgenommen. Obwohl es auf dem alten Ziegeleigelände nun offensichtlich vorangeht, ist Eigentümer Geert Bloem noch nicht ganz zufrieden. Der niederländische Unternehmer kann nämlich zunächst nur einen Teil seines Vorhabens verwirklichen.

Die alten Fabrikmauern wurden in den vergangenen Tagen komplett abgerissen, so dass sich nun von der Erkelenzer Straße aus der freie Blick über das Gelände auf den Uevekovener Wasserturm im Hintergrund auftut. Als er das Areal im November 2014 bei einer Zwangsversteigerung für rund 800.000 Euro gekauft hat, hatten Geert Bloem und sein Projektentwickler Bernd Soete bereits klare Vorstellungen davon, was auf dem insgesamt 165.000 Quadratmeter großen ehemaligen Ziegeleigelände der Klinkerwerke Simons und später Wienerberger einmal entstehen soll. Neben einer Tankstelle und einer großen Taxizentrale sollten sich eine Reihe von Betrieben in zehn neuen Gebäuden niederlassen, außerdem waren 199 Parkplätze und eine rund 5000 Quadratmeter große Fläche als Abstellfläche für bis zu 30 Busse geplant. Doch aus dieser "großen Lösung" wird vorerst nichts. Denn im Zusammenspiel mit den Behörden, darunter die Bezirksregierung Köln, der Kreis Heinsberg und die Stadt Wegberg, stellte sich heraus, dass bestimmte Auflagen zu erfüllen sind. "In den vergangenen Monaten hat die Stadtverwaltung Wegberg in intensiven Gesprächen mit dem Eigentümer und der Bezirksregierung Köln die Möglichkeiten erörtert, um anstelle der ehemaligen Ziegelei hier eine neue gewerbliche Nutzung zu entwickeln", teilte jetzt Wegbergs Bürgermeister Michael Stock mit. Vor allem die vom Eigentümer angestrebte Erweiterung der bisherigen Gewerbeflächen im - von der Erkelenzer Straße aus gesehen - hinteren Bereich des Geländes gestaltete sich laut Bürgermeister Stock als schwierig, da hierfür die Zustimmung der Bezirksregierung notwendig sei. "In konstruktiven Gesprächen mit allen Beteiligten haben wir uns darauf verständigt, die Gewerbeflächen in zwei Verfahren zu entwickeln", erklärt der Bürgermeister. Dadurch könne zunächst der vordere Grundstücksbereich in einer Größe von rund sechs Hektar mit einer geplanten Tankstelle entwickelt werden. Dazu soll Eigentümer Bloem nun die Planungsunterlagen einreichen, damit das erforderliche Bebauungsplanverfahren vorangetrieben werden kann. Was aus dem rückwärtigen Grundstücksbereich werden soll, ist allerdings noch offen. Die Erweiterung der Gewerbefläche um rund zwei Hektar werde für die Änderung des Regionalplans bei der Bezirksregierung angemeldet, erklärt der Bürgermeister. Stock: "Besser eine schrittweise Entwicklung, als gar keine Entwicklung."

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Für Eigentümer Geert Bloem bedeutet dies, dass er zunächst nur einen Teil seines Vorhabens umsetzen kann. Sein Projektentwickler Bernd Soete erklärt im Gespräch mit unserer Redaktion, dass jetzt die Tankstelle wie geplant und die Taxizentrale in leicht abgespeckter Version gebaut werden sollen. Außerdem soll im vorderen Bereich des Geländes, also unmittelbar an der Erkelenzer Straße, eine 1200 Quadratmeter große Halle für einen technischen Versandhandel sowie ein Multifunktionsgebäude für bis zu sechs kleine Handwerksbetriebe mit insgesamt knapp 2000 Quadratmetern entstehen.

Das Recycling-Material, das in den vergangenen drei Jahren im Zuge der Abrissarbeiten der alten Ziegeleihallen entstanden ist, soll als Untergrund eingesetzt werden können, "dafür haben wir eine Genehmigung", erklärt Projektentwickler Bernd Soete.

(RP)