Wegberg: Teigspezialitäten nach Omas Rezept

Wegberg: Teigspezialitäten nach Omas Rezept

Das Backen von leckeren Pfannkuchen, Waffeln oder Crêpes hat bei der Familie Mauss im "Wiener Café Häuschen" Tradition.

Allein bei der Beschreibung der Pfannkuchen-Kreationen läuft dem Zuhörer das Wasser im Mund zusammen: Leicht knusprig gebacken bringt die Familie Mauss sie mit Pflaumen-, Kirschen-, Apfel- oder Stachelbeerkompott auf den Tisch. Dazu reicht sie selbstgemachte Vanillesoße mit echter Vanille aus Madagaskar - eins von vielen leckeren Teiggerichten, für die Genießer sogar die Fahrt von den Niederlanden, von Aachen oder Düsseldorf nach Uevekoven auf sich nehmen.

Vielfach kennengelernt haben sie das "Wiener Café Häuschen" zuvor auf Kirmesveranstaltungen, die Mauss im Laufe des Jahres besuchen. Auch dem Geschmackstest halten die süßen Pfannkuchen mühelos stand. In den Uevekovener Räumlichkeiten gibt es sie zudem in herzhaften Varianten Speck, Zwiebel, Bolognese, Mexiko und Jägerart mit frischen Champignons. Dort sind Edit und Dieter Mauss mit Töchtern mehrere Wochen im Sommer und Winter anzutreffen. Unterwegs in ihrem originellen Verkaufswagen führen sie die süßen Varianten.

Selbst hergestellte Dampfnudeln und Waffeln bieten sie immer an. Wie das "Wiener Café Häuschen" zu seinem Namen gekommen ist? Auf diese Frage hat Dieter Mauss lachend eine nachvollziehbare Antwort parat: "Wir sind das Wiener Café Häuschen mit rheinischer Besatzung", sagt er gerne. "Die Stadt Wien verbindet man mit Kaffeehäusern, in Wien oder Ungarn gibt es die Kaffeehaustradition." Er bereitet alle Speisen nach Rezepten seiner Großmutter Elisabeth Hilgers, die aus Neuss stammt, zu, erzählt er.

In das Familiengeschäft ist er regelrecht hineingewachsen. Seine Eltern Maria und Hans Mauss kauften vor 47 Jahren den ersten Verkaufswagen, und seine Großmutter ist mit ihnen bis zu ihrem 87. Lebensjahr mitgefahren. Sohn Dieter war mit 14 Jahren das erste Mal dabei und machte sich 20-jährig parallel mit einem zweiten Geschäft selbstständig. "Früher haben wir zur Weihnachtszeit ein Zelt mit Verkaufswagen im Ort aufgebaut", erinnert er sich. Jetzt richten sie sowohl Sommer- als auch Adventscafé in den Räumlichkeiten im Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus. Das Jahr über stellt die Familie sie zudem für Veranstaltungen mit oder ohne Catering gegen Miete zur Verfügung. Im Sommer finden darin und im Biergarten bis zu 120 Personen Platz und im Winter 80.

"Wir kennen Leute, die seit 45 Jahren zu uns kommen", freut sich Dieter Mauss, "manche haben als Kinder schon unsere Engel kennengelernt." Gemeint ist eine Figurengruppe mit Instrumenten, die ebenfalls im Restaurant auf der Theke aufgestellt ist. Das Fahrgeschäft sei eigentlich ein Beruf wie jeder andere, fügt er hinzu. Bis vor ein paar Jahren war die Familie zu weiter entfernten Orten zusätzlich mit Wohnwagen unterwegs. Jetzt übernachten sie im Hotel.

"Man kommt viel rum. Ich könnte mir nicht vorstellen, jeden Tag ins Büro zu gehen." Er sei es gewohnt, vier bis maximal neun Tage an einem Platz zu sein und dann weiterzufahren. "Man kennt sich vor Ort trotzdem und kommt überall irgendwie ein bisschen nach Hause." Auf der Annakirmes in Düren, die etwa im Juli stattfindet, ist er der älteste Teilnehmer, der all die Jahre mit dem gleichen Geschäft herkommt. Auf dem Lambertusmarkt und der Burgkirmes in Erkelenz ist er direkt an der Burg zu finden.

Und auch in Hückelhoven ist er zweimal im Jahr mit dabei. Weitere Veranstaltungen im Laufe des Jahres, für die er im Frühjahr Zusagen und genaue Zeitangaben bekommt: Maikirmes in Düren, Donatus-Mai-Kirmes in Euskirchen, Bürgerschützenfest in Neuss, Spätkirmes in Rheydt, Herbstkirmes in Rheda-Wiedenbrück, Herbstkirmes in Bocholt, Simon-Juda-Markt in Euskirchen und Allerheiligenkirmes in Soest.

(cole)