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Umgestaltung des Marktes in Birgelen

Umgestaltung des Marktes in Birgelen : Dorfmittelpunkte mit neuem Gesicht

Neben der Innenstadt will Wassenberg auch seine Dörfer beleben. Der Marktplatz in Birgelen wird umgestaltet, Effelds Dorfmittelpunkt hat sein Gesicht bereits verändert.

Die Materialien haben einen gewissen Wiedererkennungswert, jeder Platz erhält aber eine individuelle Handschrift: Der Dorfplatz in Effeld ist fertig, der in Birgelen nähert sich der Fertigstellung. Auf beiden sind unter anderem Pflastermaterialien eingesetzt, die auch schon bei der Neugestaltung der Innenstadt auf der Graf-Gerhard-Straße verlegt worden sind.

Und jeder Platz bekommt ein Alleinstellungsmerkmal, wie Joachim Scheller von der gleichnamigen Planungsgruppe vor Ort betont, wobei in Birgelen „behält“ adäquater ausgedrückt ist, denn der wuchtige Maibaum der örtlichen Vereine neben dem Feuerwehrhaus bleibt. Eines garantiert Bauunternehmer Heinrich Kremers aus Karken im Gespräch persönlich: Am 30. April 2019, wenn das große Maifest startet, ist alles fertig. Auch wenn nun insgesamt vier Wochen Weihnachts- und Winterpause gemacht werden.

Einzugehen auf die Bedürfnisse derjenigen, die die Räume nutzen, gehört zum Konzept der Stadt Wassenberg und des äußerst erfahrenen Landschaftsplaners Scheller, der die Planungen in erster Linie seiner Tochter Marie-Caroline Thom überlässt. Er selbst konzentriert sich heute auf die Umsetzung in die Praxis, also die zahlreichen Baubesprechungen auf der Baustelle.

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Sowohl für Effeld wie für Birgelen hieß die Aufgabenstellung: Gestaltung einer „Multifunktionsfläche“, die alles möglich machen soll, was ein Dorf in seiner Sozialstruktur als Zentralplatz benötigt. Und in beiden Orten wurden die künftigen Nutzer an den „Runden Tisch gebeten“ – so hat Birgelen nun eine Großfläche, die auf die Bedürfnisse der anliegenden Feuerwache zugeschnitten ist. Deren Zufahrt führt über den Platz, die Parkplätze dienen den Wehrleuten als Abstellflächen für ihre Privatfahrzeuge.

Ein Teil des Grüns, ein „Wassenberger Markenzeichen“, so Scheller, wird mobil, denn einige Bäume wachsen in Containern. Etwa zum Maifest der Schützen in Birgelen können sie versetzt werden. Sie werden in Corten-Stahl ausgeführt, der nicht nur rostig aussieht, er bekommt unter der Rostschicht nach wenigen Wochen eine „Sperrschicht“, die ihn vor weiterer Korrosion schützt. Beinhalten werden die einen Meter breiten und hohen sowie 1,80 Meter langen Container Bäume der Art „Schmalkroniger Ahorn“, die Licht und Sicht lassen für die multifunktionalen Flächen, die rund 60 Autos Parkflächen bieten werden, darunter befinden sich zwei Behinderten-Parkplätze. Die Fahrzeuge können auf dem Platz auch „tanken“, sofern sie E-Autos sind: eine Ladestation wird installiert, eine zweite wird für Fahrräder bereitstehen. Die Corten-Container werden für die ersten Wochen mit Vlies unterlegt, um das Oxidations-Material bei Regen nicht in die Steine fließen zu lassen.

„Funktionsbeleuchtung“ und „Effektbeleuchtung“ werden den Platz in Birgelen erhellen, so, wie sie in Effeld schon installiert sind. Die Funktionsbeleuchtung wird in Form höherer Masten mit oben angebrachten „Kandelabern“ ausgestaltet, die Effektbeleuchtung kommt eher von unten, die Lampen sind in den Boden eingelassen und strahlen Grünelemente von den Wurzeln her „asymmetrisch“ an. Die Installationskosten für die Beleuchtung belaufen sich auf rund 40.000 Euro, dabei wurde darauf geachtet, dass sie mit denen in Effeld und der Innenstadt baugleich gehalten sind, was die Unterhaltung, Wartung und Reparaturen einfacher und kostengünstiger gestaltet, sagt Landschaftsplaner Scheller. Beleuchtung macht den Platz lebendiger.

Vergleichbar mit der Innenstadt/Graf-Gerhard-Straße/Patersgraben sowie dem Dorfkern Effeld ist auch das Bodenpflaster gehalten. Drei Steinsorten werden eingebaut, um die Platzflächen zu gliedern – ein grauer Betonstein, ein grauer Betonstein mit Naturstein-Vorsatz und ein roter Betonstein, der die Hauptfläche belegt. Für die Feiern ist vorgesorgt mit eingelassenen Bodenhülsen, in denen die Befestigungselemente für das Festzelt installiert werden. Und dann stehen auch mobile Poller (Stationen) bereit zur Strom- und Wasser-Versorgung und der Abwasser-Entsorgung. Die vorhandenen Kiefern bleiben stehen, sie sind ins Konzept mit eingebunden

Den Effelder Dorfplatz markieren der Zunftbaum und in Zukunft ein Pavillon, den die Naturfreunde Effeld im Winkel von Dorf- und Kreuzstraße errichten werden. Und der steht dann beispielsweise auch den Effelder Schulkindern zur Verfügung, die hier auf den Bus warten können, daneben wird außerdem eine informative Veranstaltungstafel installiert. Hier haben die Corten-Container als Inhalt die „Schmalkronige Hainbuche“. Auch hier gibt es E-Mobile-Ladestationen und Behindertenparkplätze, auch hier, so stellt Scheller heraus, beste Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort, der Stadtverwaltung und der Baufirma.

Wer also schon jetzt neugierig auf den Ort Birgelen ist, kann sich kundig machen im einige Kilometer entfernten Effeld, da ist ja auch die heimische Gastronomie stark, ein elementares Markenzeichen von ganz Wassenberg.