Kandidatensuche in Erkelenz, Hückelhoven, Wassenberg, Wegberg: Parteien bereiten Bürgermeisterwahl 2020 vor

Parteien im Erkelenzer Land entscheiden 2019 : Ein Jahr der politischen Weichenstellungen

2019 wird das Jahr werden, in dem die Parteien festlegen, welche Kandidaten sie im Herbst 2020 ins Rennen um die Bürgermeisterposten schicken werden. Die ersten Monate sollen Klarheit bringen, wer antritt – denn in Erkelenz, Hückelhoven, Wassenberg und Wegberg wollen nicht alle vier Bürgermeister noch einmal kandidieren. In ihren Vorbereitungen sind die Parteien unterschiedlich weit.

Im neuen Jahr werden die politischen Weichen gestellt, wer künftig an der Spitze der Stadtverwaltungen von Erkelenz, Hückelhoven, Wassenberg und Wegberg stehen könnte. Zwei Bürgermeister erklären, dass sie 2020 bei der Kommunalwahl nicht erneut antreten werden, zwei möchten gerne weitermachen. Unterschiedlich weit in der Kandidatensuche sind die Parteien, ergibt eine Umfrage unter den drei stärksten Ratsparteien der vergangenen Kommunalwahl.

Nicht mehr als Bürgermeister kandidieren wird 2020 Manfred Winkens (CDU) aus Wassenberg. „Ich werde dann 70 Jahre alt und 16 Jahre Bürgermeister von Wassenberg gewesen sein. Die Arbeit hat mir bis heute unglaublich viel Spaß gemacht, und ich bereue keine Minute. Aber man muss auch wissen, wann man aufhören und das Amt in jüngere Hände legen muss“, erklärt Winkens. Wassenberg stehe hervorragend da, die Finanzen seien in Ordnung, die Stadtkernsanierung sei weitgehend abgeschlossen, die B 221 n werde fertig sein, und gleiches gelte für die Graf-Gerhard-Straße. „Ich denke, 2020 ist ein guter Zeitpunkt, aus Altersgründen aufzuhören.“

Lange geplant hat Peter Jansen (CDU), sich 2020 nicht noch einmal um das Bürgermeisteramt in Erkelenz zu bewerben: „2004, kurz nach Amtseintritt, habe ich signalisiert, dass ich mir für die Umsetzung meiner Schwerpunktthemen einen Zeithorizont von drei Wahlperioden setze.“ Auch aus heutiger Betrachtung fühle sich das 14 Jahre alte Signal richtig an: „Mit den im Wesentlichen 2020 abgeschlossenen Umsiedlungsverfahren, der Gründung des Zweckverbandes Tagebaufolge(n)landschaften, meinem aktuellen Wirken für Fördermittel aus der Kohlekommission, den bis 2020 zu erwartenden Zukunftskonzepten der Dörfer und für die Innenstadt sowie der geschaffenen Finanzbasis wird es ab 2021 um die Umsetzung von großen Maßnahmen in den nächsten acht bis 15 Jahren gehen, die dann von einem Nachfolger über die ganze Zeit begleitet werden sollten.“

Noch einmal antreten möchten Bernd Jansen (CDU) aus Hückelhoven und Michael Stock (SPD) aus Wegberg. „Ich habe nach wie vor den Kopf voller Ideen, und Hückelhoven steckt voller Potenzial“, sagt Bernd Jansen. Gerne wolle er sich um eine weitere Amtszeit als Bürgermeister seiner Heimatstadt bewerben, „weil es mir nach wie vor große Freude macht, an entscheidenden Stellen zum Wohle der Menschen von Hückelhoven zu arbeiten“. Er erfahre großen Zuspruch aus der Bevölkerung und wolle mit einem starken Verwaltungsteam, dem Stadtrat und insbesondere der CDU-Mehrheitsfraktion den eingeschlagenen Weg des „erfolgreichen Strukturwandels von der Kohle zur Handelsstadt Hückelhoven als Bürgermeister gerne mit ganzer Kraft weiter vorantreiben“.

Den begonnenen Weg fortsetzen möchte auch Michael Stock. In Wegberg sei in den vier Jahren seit seiner Wahl „gemeinsam viel erreicht worden, wie den Abbau des Schuldenbergs um 18 Millionen Euro, die Einführung der Schulsozialarbeit oder die Erarbeitung des Masterplans. Wir haben in den nächsten Jahren aber auch noch viel vor, wie den Neubau der Feuerwache, die Schulsanierungen oder den Ausbau der Kinderbetreuung mit der Offenen Ganztagsschule.“ Deshalb möchte er bei der Bürgermeisterwahl im Herbst 2020 wieder antreten: „Ich habe das große Glück, meinen Traumberuf ausüben zu dürfen“, an dem ihm „der Kontakt zu den vielen Menschen, die ich kennenlernen darf“, besondere Freude bereite.

Unterschiedlich geht die Politik vor, um ihre Bürgermeisterkandidaten zu suchen. So durchschreitet die CDU in Erkelenz ein mehrstufiges, strukturiertes Verfahrens, erklärt Peter London: „In diesem laufen seit einiger Zeit Gespräche. Aus Sicht des Vorstands werden sowohl eine hohe fachliche Kompetenz als auch eine große Bürgernähe erwartet, da für uns beides zusammengehört. Wichtig ist auch, dass der Kandidat klare Vorstellungen zur positiven Entwicklung der Stadt Erkelenz mitbringt.“

Fortgeschritten sind die Christdemokraten aus Wassenberg und Wegberg. Marcel Maurer, Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat der Stadt Wassenberg, und Frank Winkens, stellvertretender Bürgermeister, haben sich schon im Juni um die Kandidatur beworben. „Beide haben sich in der Zwischenzeit in allen sechs Ortsverbänden vorgestellt. Abschließend werden sie sich noch einmal in der voraussichtlich am 31. Januar stattfindenden Stadtverbandsversammlung vorstellen, und die Mitglieder werden dann entscheiden, wer der Bürgermeisterkandidat der CDU in Wassenberg im Herbst 2020 sein wird“, erklärt Franz-Josef Beckers, Stadtverbandsvorsitzender der dortigen CDU.

In Wegberg wird die CDU ihren Mitgliedern Marcus Johnen als Kandidaten vorschlagen. Derzeit mache der sich intensiv bei denen bekannt, erklärt Petra Otten. Seine Nominierung könnte im Spätsommer erfolgen, und für die spräche: „Er ist ein Teamplayer mit einer eigenen Vision für Wegberg. Er ist zielstrebig, schaut aber zugleich auch über den Tellerrand und ist bereit, die Kooperation mit den benachbarten Kommunen zu suchen, auf alle Parteien und Fraktionen zu zugehen und den lebendigen Austausch mit den Bürgern zu pflegen.“

Andere Parteien haben sich die Kandidatensuche als ihr großes Thema für 2019 vorgenommen, wie SPD und Grüne aus Hückelhoven und Erkelenz erklären. Dort sollen im Frühjahr erste Entscheidungen fallen. Auch in Wassenberg steht die Entscheidung der SPD noch aus, zu der Hermann Thissen bestätigt, 2020 für das Bürgermeisteramt kandidieren zu wollen: „Als Vorsitzender des Ortsvereins kann ich mitteilen, dass hier bislang keine anderen Bewerbungen eingegangen sind. Nach nunmehr vierjähriger Amtszeit als Stadtverordneter konnte man in der Ratsarbeit entsprechende Erfahrungen sammeln, die mich bestärken, als Bürgermeisterkandidat anzutreten.“ Noch unentschieden sind hingegen die Grünen in Wassenberg, ob sie einen Kandidaten aufstellen, erläutert Robert Seidl: „Wir sind zwar 2014 als drittstärkste Fraktion in den Rat eingezogen, dennoch sind wir verglichen mit CDU und SPD eine kleine Partei. Vor diesem Hintergrund diskutieren wir die Frage einer aufwendigen Bürgermeisterkandidatur mit allen Vor- und Nachteilen. Ein besonderer Aspekt ist dabei die von CDU und FDP auf Landesebene geplante Abschaffung der Stichwahl.“ Dadurch hätten „die kleineren Parteien keine realistischen Chancen mehr, das Zünglein an der Waage zu sein und eine Empfehlung für einen Kandidaten zu geben, wenn es zu einer Stichwahl kommen sollte“.

Glücklich schätzen sich die CDU in Hückelhoven und die SPD in Wegberg, dass ihre Bürgermeister erneut antreten wollen. „Wir als Fraktion freuen uns – ohne dem Votum der Partei vorgreifen zu wollen –, dass Michael Stock frühzeitig bekanntgegeben hat, wieder zu kandidieren. Er hat gezeigt, dass er das Amt des Bürgermeisters sowohl als Chef der Verwaltung als auch als Vorsitzender das Rates sehr erfolgreich ausfüllt“, sagt Ralf Wolters (SPD) aus Wegberg. Und Thomas Schnelle (CDU) erklärt für Hückelhoven: „Mit Bernd Jansen haben wir einen Bürgermeister, der für unsere Stadt brennt. Wir unterstützen seine Kandidatur ausdrücklich, haben wir doch mit ihm an der Spitze und einer schlagkräftigen und geschlossenen Ratsfraktion in den letzten Jahren viele Erfolge für Hückelhoven erzielt.“

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