Solingen: Zuspruch für Schrodtberg und Rasspe

Solingen : Zuspruch für Schrodtberg und Rasspe

Die zehn Thesen sorgen für Diskussionsstoff. Die Stadt ist mit der Beteiligung an der Online-Befragung bislang zufrieden.

Seit einer Woche sind die Bürger dazu aufgerufen, unter www.solingen-redet-mit.de ihre Meinung zu gewerblichen Bauflächen in Solingen zu äußern. Zur Diskussion stehen die zehn Thesen der Stadtverwaltung und sechs mögliche Gewerbeflächen.

Bis gestern Mittag verzeichnete das Portal 1445 Besucher, die 643 Kommentare veröffentlichten, und über 20 000 Klicks. Die Stadt ist mit der Beteiligung bislang zufrieden, wie Sprecherin Birgit Wenning mitteilt. Sie stellt fest: "Nach anfänglicher Aufregung ist inzwischen eine Versachlichung eingetreten." Die mit Abstand meisten Kommentare (146) gaben die Bürger bislang zu These 1 ab: "Die Stadt Solingen will auch künftig Standort für wirtschaftliche Entwicklung sein". Die allgemein gehaltene Aussage lädt offenbar dazu ein, verstärkt die eigene Sichtweise zum Thema "attraktiver Wirtschaftsstandort" zu äußern. Viele Kommentare betonen, dass nicht allein Gewerbeflächen für die wirtschaftliche Entwicklung eine Rolle spielen würden. Von größerer Bedeutung seien die Gewerbesteuer und die Verkehrsanbindung, um im Wettbewerb mit den Nachbarstädten konkurrieren zu können. Hier liege eher das Problem und nicht in einem Mangel an Gewerbeflächen. Es gelte, erst einmal die bestehenden Flächen zu nutzen. Zu dieser These fanden sich auch zahlreiche Kommentare, die auf die vermeintliche Banalität der Aussage abzielten. Diese Zielsetzung sei so doch selbstverständlich, wer könne dies ablehnen?

Am zweithäufigsten kommentiert wurde bislang These 3: "Die Stadt Solingen wird, wo immer dieses möglich ist, die gewerbliche Nachnutzung von leerstehenden Gewerbeflächen (Brachen) bevorzugen, um den Freiraum zu schützen". Zahlreiche Kommentare begrüßen zwar die Absicht der Stadt und stimmen diesem Ansinnen grundsätzlich zu. Jedoch kritisieren viele Nutzer, dass die Realität eine andere sei. Viel zu oft würden Brachflächen nicht als Gewerbeflächen verwendet, sondern dort Discounter angesiedelt. Weitaus weniger Kommentare gibt es bislang zu den vorgeschlagenen sechs Flächen. Zuspruch erhält aufgrund seiner Lage und Verkehrsanbindung das Gewerbegebiet Schrodtberg und das Rasspe-Gelände. Keusenhof sehen die Kommentatoren aufgrund der Erschließungskosten und der topografischen Lage als ungeeignet an. Fürkeltrath II verfüge zwar über eine gute Autobahnanbindung, da auf einem Teil der Fläche aber Bio-Landwirtschaft betrieben wird, lehnen die Nutzer hier eine Gewerbefläche eher ab.

Bei der Fläche Buschfeld fürchten die Kommentatoren aufgrund der Lage im Wohngebiet vor allem Belastungen für die Anwohner.

Noch bis einschließlich Mittwoch, 18. Februar, können die Bürger ihre Meinung äußeren. Eine Registrierung ist nicht notwendig, auch Kommentare als "Gast" sind möglich.

(bjd)
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