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Solingen: Kinder schmiedeten ihr eigenes Messer

Solingen : Kinder schmiedeten ihr eigenes Messer

Junge Schmiede erlebten am Sonntag im Rheinischen Industriemuseum an der Merscheider Straße traditionelles Handwerk. Die Schmiedewerkstatt richtete sich an Interessierte im Alter ab sieben Jahren - 20 Kinder nahmen teil.

Thomas Pludra nahm den rotglühenden Stahl aus dem Feuer der Esse und legte ihn auf den Amboss. Der gelernte Schmied und der achtjährige Schüler Daniel Bruchhaus bearbeiteten den Rohstoff abwechselnd mit dem Hammer. "Immer auf die Spitze hauen", gab der Fachmann seinem konzentrierten Schützling mit auf den Weg. Dann noch die Schneide begradigen und das Messer im Wasserbad abkühlen, dann legte Daniel Handschuhe und Schutzbrille beiseite und ging hinüber in den Nachbarraum, um die Klinge zu schleifen.

Insgesamt 20 Kinder schufen gestern im LVR-Industriemuseum an der Merscheider Straße ihr persönliches Messer. Die Schmiedewerkstatt richtete sich an Interessierte im Alter ab sieben Jahren und mit einer Mindestkörpergröße von 1,20 Meter.

Neben dem richtigen Umgang mit dem Schmiedehammer gaben die Mitarbeiter des Rheinischen Industriemuseums den Nachwuchsschmieden auch Erklärungen zum Arbeitsschutz mit auf den Weg. Die Einzelstücke, die die Kinder fertigten, trugen immer wieder auch so etwas wie eine eigene Handschrift - etwa, wenn die Klinge nach dem Schmieden eine kleine Wölbung behielt. "Ich würde gerne mal ein Taschenmesser machen", sagte der neunjährige Yorick. In Büchern hatte er sich bereits über das Handwerk informiert. Gestern begleitete er einen Freund zum Aktionstag ins Industriemuseum. Die alten Arbeitsräume in der historischen Gesenkschmiede Hendrichs beeindruckten ihn sichtlich. "Ich finde es toll, dass hier alles echt ist wie früher", sagte der Schüler.

Die Faszination des Ortes zieht auch Daniels Vater Peter Bruchhaus immer wieder an. "Ich bin gerne hier, auch bei den kulturellen Veranstaltungen", verriet er, während sein Sohn und andere Kinder unter lautem Quietschen ihre Klingen feilten. "Das ist gut geworden", urteile Daniel zufrieden. "Er hat Spaß an handwerklichen Arbeiten und hat auch die Erklärungen, wie das alles funktioniert, sehr interessiert aufgenommen", ergänzte Peter Bruchhaus und berichtete: "Auch zuhause haben wir schon mal auf einem Amboss ein bisschen Eisen bearbeitet." Nach getaner Arbeit gab es für die Kinder eine Urkunde. Fortan dürfen sie sich "Schmiedegesellen des LVR-Industriemuseums" nennen.

(ied)