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Solingen: Warten auf ein Signal

Solingen : Warten auf ein Signal

Über den Bergischen Symphonikern hängt immer noch das Damoklesschwert einer ungewissen Zukunft. Solingens OB Franz Haug wartete bislang vergeblich auf ein positives Signal aus Remscheid.

Über mangelnde Medienpräsenz und Zulauf von Seiten der Klassik-Freunde können sich die Bergischen Symphoniker nicht beklagen. Um etwa Karten für die Silvesterkonzerte zu ergattern, muss der Musik-Liebhaber früh genug den Geldbeutel zücken. Und auch der bald in den politischen Gremien vorliegende Jahresabschluss für das abgelaufene Geschäftsjahr, das bis Ende August ging, gibt keinen Anlass zur Sorge. Die Aufwendungen für das musikalische Aushängeschild der beiden bergischen Städte Solingen und Remscheid sind in der vorgegebenen Norm geblieben.

Bekenntnis von Seiten der CDU

Umso unverständlicher, dass immer noch das Damoklesschwert über dem Symphonie-Orchester hängt. Seit in Remscheid das Beratungsinstitut Rödl & Partner meinte, in dem Orchester ein prima Sparobjekt gefunden zu haben, wartet man in der Klingenstadt auf ein eindeutiges Bekenntnis zu den Symphonikern von nebenan. So wie Oberbürgermeister Franz Haug, der im Gespräch mit unserer Zeitung klare Worte in Richtung seiner Remscheider Amtskollegin Beate Wilding (SPD) schickte: "Ich habe eigentlich auf ein positives Signal bis Ende 2007 gewartet. Das wäre eine wichtige Grundlage für die kommenden Jahre gewesen."

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Allerdings kam nichts, was Haug "enttäuscht" hat — außer dem wiederholten Beistand des Remscheider CDU-Fraktionsschefs Karl-Heinz Humpert, dass die Remscheider CDU voll zum gemeinsamen Orchester stehe. Er musste damit gerade rücken, was als schiefe Nachricht zwischen der Remscheider Wählergemeinschaft W.I.R und der Solinger Freien Bürger Union Mitte Dezember das Licht der Welt erblickte: Demnach sollte Solingens Oberbürgemeister Franz Haug, der zuletzt übrigens wieder beim Silvesterkonzert um 17 Uhr eine Lanze für das gemeinsame Orchester brach, in der Ratssitzung am 13. Dezember einem Prüfauftrag zugestimmt haben, wie man bei den Symphonikern jährlich 50 000 Euro sparen könne.

Völliger Blödsinn, sagte Franz Haug: In dem Spar-Antrag der Solinger SPD seien gerade die Bergischen Symphoniker ausgenommen gewesen, weil diese ihren Sparbeitrag bereits geleistet hätten. Weil er davon ausgegangen sei, dass niemand diese Ente geglaubt habe, habe er sie auch unkommentiert gelassen. Allerdings wisse er jetzt, dass diese Meldung für zwei, drei Tage wieder Unruhe unter den Musikern hervor gerufen habe.

Intern wird bei den Symphonikern weiter daran gearbeitet, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern. So wartet Stefan Schreiner, Geschäftsführer der Orchester GmbH, darauf, dass sich die Tarifparteien, darunter die Deutsche Orchestervereinigung, endlich mit den Arbeitgebern einigen. Zuletzt scheiterte die Unterschrift im ausgehandelten Vertrag an einer Kleinigkeit. Kommt das neue Traifrecht zum Tragen, können benachbarte Orchester sich untereinander Personal ausleihen und damit Geld sparen.

Das können sie zwar jetzt schon, allerdings müssen sie bislang die musikalischen Dienste bezahlen. Künftig soll das möglich sein, in dem Gegendienste angeboten werden: Frei nach dem Motto, leihst du mir mal die Harfe, kannst du mal die Pauke haben. Zudem wurden für das laufende Jahr zwei Aufführungen in der Philharmonie in Essen vereinbart. Dort treten die Bergischen Symphoniker erstmals mit eigener Produktion auf.

(RP)