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Solingen: Diesmal nicht nur „Alles Walzer“

Solingen : Diesmal nicht nur „Alles Walzer“

Um Karten fürs Silvesterkonzert muss sich der Musikliebhaber früh bemühen, sie sind in jedem Jahr schnell ausverkauft. Diesmal konnte sich Romely Pfund ganz auf ihre Arbeit am Dirigentenpult konzentrieren, Dirk Schortemeier stand der Generalmusikdirektorin als Moderator zur Seite.

Er fand eine perfekte und niveauvolle Mischung aus Anekdoten und Informationen zur Musik, die unter dem Motto "Ich hab‘ heut Nacht geträumt von Dir" stand. "Wir haben viele musikalische Gedanken zur Nacht anzubieten", so Schortemeier, der auch selbst am Flügel einiges dazu beitrug. Diesmal dominierten nicht die Werke der Familie Strauß, obwohl es natürlich ganz ohne den Walzerkönig Johann bei einem Konzert zum Neuen Jahr nicht geht. Gestartet wurde die musikalische Reise sowieso in Wien, aber mit Musik aus der Oper "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart.

Die Sopranistin Elena Fink hat schon in vielen Opernaufführungen der Wuppertaler Bühnen begeistert, diesmal führte sie ihre makellosen Koloraturen als "Königin der Nacht" vor. Mozarts "Serenade in G-Dur" ist mehr bekannt als "Kleine Nachtmusik", die Symphoniker spielten ein heiteres Arrangement.

Weiter ging die Reise nach Paris, den "Can-Can" aus Offenbachs Operette "Pariser Leben" einmal rein musikalisch zu erleben, ohne von mehr oder weniger freizügigen Tänzerinnen abgelenkt zu werden, das war einfach schön. Freigiebig zeigte sich dagegen die Sopranistin, sie begeisterte mit der "Schattenarie", das ist die einzige noch bekannte Arie aus der sonst vergessenen Oper "Dinorah" von Giacomo Meyerbeer. Zurück in Wien machte sie aus der "Annenpolka" von Johann Strauß ein kleines, beschwipstes Kabinettstückchen.

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Vielseitig und kurzweilig

Nur einen Auftritt hatte der Trompeter Ferenc Maus, aber der hatte es in sich: Der junge Stipendiat der Symphoniker spielte mit Bravour einige Variationen über den "Karneval in Venedig", ein Virtuosenstück des Teufelsgeigers Nicolo Paganini. Natürlich war mit Franz Lehar auch die Operette vertreten.

Vielseitig und kurzweilig war das Silvesterkonzert, und die Zuhörer dankten mit viel Beifall, ließen aber auch nicht locker, bis ihnen die Symphoniker noch einen Wunsch erfüllten: Ohne den Radetzkymarsch ist eben für die Solinger Musikfreunde ein Silvesterkonzert nicht komplett.

(RP)