Fußball : Offene Konfrontation

Mit dem Rücktritt des kompletten Jugendvorstandes des Fußball-Verbandsligisten Union wurde im Machtkampf zwischen dem Haupt- und dem Jugendvorstand um Rüdiger Niederberger eine neue Runde eingeläutet.

Beim Fußball-Verbandsligisten Union Solingen ist der Machtkampf zwischen Jugend- und Hauptvorstand voll entbrannt. Vorläufiger Höhepunkt der schon lange schwelenden Querelen zwischen der Mannschaft um den neuen Vorsitzenden Christian Werth auf der einen und dem Team um Jugendobmann Rüdiger Niederberger auf der anderen Seite, ist der erfolgte Rücktritt des kompletten Jugendvorstandes.

Dieser Schritt wurde Werth per E-Mail mitgeteilt — nach Aussage des Vorsitzenden erfolgte der Rücktritt ohne jegliche Begründung. "Zum jetzigen Zeitpunkt kam das für mich überraschend, denn wir hatten uns ja gerade erst gemeinsam darauf geeinigt, Trainer Frank Zilles auch die Aufgabe eines Sportlichen Leiters für den Gesamtverein zu übertragen", erklärt Werth.

Bis zur Wahl eines neuen Jugendvorstandes bleiben Niederberger und Co. allerdings satzungsgemäß weiter im Amt. Ein neuer Vorstand soll dann auf einem außerordentlichen Jugendtag am 26. Mai gewählt werden.

Grund des Streits der beiden Vorstände ist der massive Einfluss, den der Hauptvorstand in Zukunft auf die Arbeit der Jugendabteilung nehmen möchte. Das in Zusammenarbeit mit Frank Zilles entwickelte Konzept ("Teil 1: Sportliche Neuordnung im Jugendbereich") stattet den neuen Sportlichen Leiter dafür mit entsprechenden Kompetenzen aus. Das Konzept sieht vor, dass dieser "disziplinarischer Vorgesetzter des Leistungs-Trainerstabs ist und auch für die personellen Planungen im Rahmen der vom Gesamtvorstand vorgegebenen Budgetgrenzen Verantwortung trägt."

Weiter sieht das Konzept vor, dass der Sportliche Leiter die Trainer im Jugend-Leistungsbereich einstellt und entlässt. Was bisher einzig und allein Aufgabe des Jugendvorstandes war. Und weiter: "Der Verein wird im Leistungsbereich nur Trainer mit entsprechender Qualifikation beschäftigen.

Darüber hinaus prüft der Sportliche Leiter eingehend die sportliche und persönliche Eignung." Die geforderte sportliche "Befähigungsbescheinigung" sollte, so sieht es das Konzept vor, "im Idealfall eine A- oder B-Trainerlizenz" sein.

Mitglieder sollen entscheiden

"Dieser Schritt ist uns nicht leicht gefallen. Aber wir haben keine andere Möglichkeit gesehen", erklärt Niederberger den Rücktritt des Jugendvorstandes. "Auf der für den 26. Mai einberufenen außerordentlichen Jugendversammlung werde ich die Mitglieder über das Konzept der Hauptvorstandes informieren. Sollte sich die Mehrheit der Mitglieder für den Erhalt der Eigenständigkeit der Jugendabteilung aussprechen, werde ich mich und auch alle anderen Vorstandsmitgliedern wieder zur Wahl stellen."

Mit solch einem klaren Votum im Rücken werde er dann für die Eigenständigkeit der Abteilung kämpfen. "Und zwar so energisch, dass die Decke wackeln wird."

Niederberger betont, dass seine Jugendabteilung "intakt" sei, er nicht verstehen könne, warum der Hauptvorstand "das jetzt zerschlagen" will. Der Obmann betont seine grundsätzliche Gesprächsbereitschaft: "Man kann mit uns über alles reden, nicht aber über uns bestimmen."

(RP)