Leichtathletik : Der Testlauf

Raus aus der Innenstadt, hin zum Südpark – am 22. Mai fällt der Startschuss zum Klingenlauf erstmals auf dem alten Bahnhofsgelände. Langstreckenläufer Bernd Scharbert hat den neuen Rundkurs vorab getestet.

Raus aus der Innenstadt, hin zum Südpark — am 22. Mai fällt der Startschuss zum Klingenlauf erstmals auf dem alten Bahnhofsgelände. Langstreckenläufer Bernd Scharbert hat den neuen Rundkurs vorab getestet.

Bernd Scharbert hat kaum einen Klingenlauf verpasst. "Es gehört sich für einen Solinger Läufer, bei so einer großen Veranstaltung in der eigenen Stadt dabei zu sein", sagt der Langstreckenläufer des TSV Aufderhöhe. Der 58-Jährige räumt allerdings auch ein, dass er nicht traurig sei, dass sich der Klingenlauf bei seiner 20. Auflage aus der Innenstadt verabschiedet. "Es waren einige Dinge, die viele ambitionierte Athleten davon abgehalten haben, in Solingen zu starten." Dazu gehörten Pöbeleien von Passanten oder das Läufer unfreundliche Teilstück am Ufergarten hinab. Am Donnerstag, 22. Mai, führt der von der Solinger Morgenpost unterstützte Klingenlauf nun erstmals durch das Südpark-Gelände — "ein attraktiver Rundkurs", findet Bernd Scharbert, der die neue Strecke vorab getestet hat.

Start / Ziel (Alexander-Coppel-Straße): "Für jedes Rennen ist es wichtig, dass es einen großen Start- und Zielbereich gibt. Hier auf dem geraden Stück der Alexander-Coppel-Straße kann sich das Feld ohne Gedränge bereits bis zur ersten Kurve entscheidend auseinander ziehen, weil die Strecke flach und ordentlich breit ist — da kann man gleich richtig Gas geben. In der Innenstadt war es zwar ebenfalls gerade, allerdings hat es aufgrund der Steigung direkt zu Beginn länger gedauert, bis sich die besten Läufer abgesetzt hatten".

Nach der ersten Kurve (Am Südpark): "Vom Profil ist die Strecke in Ordnung. Nach der langen Geraden geht es ein kleines Stück bergauf. Dieser kleine Anstieg ist im Endeffekt Nichts. Und man darf ihn in der letzten Runde ruhig auch mal merken (lacht). Den Zeitverlust kann man sogleich wieder kompensieren, weil es sogleich wieder leicht bergab geht".

Die weiteren Kurven (bis Bahnhofstraße): "Das könnte eine Formel 1-Strecke sein. Man kann herrlich laufen, ohne seinen Rhythmus ändern zu müssen. Der eine läuft lieber den größeren Bogen. Ich laufe lieber enger, um nach einer Kurve antreten zu können. Das ist schön, wenn man das variieren kann".

Linkskurve (vor dem Café Stückgut): "Die knapp 30 Grad enge Kurve beim Einbiegen auf die Korkenzieherbahn ist die kniffligste Stelle des Rundkurses. An solchen Ecken wie dieser lässt man viel Zeit, weil man viel Tempo raus nehmen muss. Da kann man noch so gut im Antritt sein".

Einbiegen auf die Zielgerade (Plagarius-Museum): "Dieses kurze Teilstück mit dem groben Kopfsteinpflaster könnte bei schlechtem Wetter Probleme bereiten. Wer nicht aufpasst, könnte bei Nässe wegrutschen. Mit einer sauberen Absperrung wird sich der Gegenverkehr nicht bemerkbar machen".

Die Zielgerade: "Wir haben mindestens 70 Meter bis zum Ziel. Das ist eine richtig gute Zielgerade, um zu einem ordentlichen Schlussspurt anzusetzen".

Umkleiden: "Die Rahmenbedingungen sind optimal, weil gleich nebenan in der Eissporthalle Umkleideräume und Duschen zur Verfügung stehen".

Überrundungen: "Das war auch schon auf der alten Klingenlauf-Strecke so, dass die Besten frühzeitig die ersten Läufer überrundet hatten. Das wird natürlich auch hier ein Thema sein. Die trainierten Athleten können noch mehr Tempo machen und werden vielleicht schon ab der dritten, vierten Runde die erste Überrundung haben".

Zuschauer-Freundlichkeit: "Der Klingenlauf hat immer schon von seinem großen Zuschauer-Zuspruch im Start-/Zielbereich gelebt. Hier im Südpark könnte es noch besser werden. Das Gelände ist toll, weil der Rennverlauf nahezu von jeder Stelle verfolgbar ist".

Zusammengefasst von Guido Radtke

(RP)