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Fußball: Boldt kennen sie jetzt

Fußball : Boldt kennen sie jetzt

Zu spät merkte Fußball-Verbandsligist Union Solingen, dass er gegen den SV Hönnepel/Niedermörmter mehr tun musste. Die fehlende Laufbereitschaft beim Spiel ohne Ball wurde mit einer 1:3-Niederlage bestraft.

Es war ein Treffer der sehenswerten Art. Über Udo Wimmershoff und Sasa Disic war der Ball bei Christos Karakitsos auf der linken Angriffsseite gelandet. Der fackelte nicht lange, zog von der Strafraumgrenze ab und erzielte mit einem Flachschuss ins lange Eck das 1:0 – nach noch nicht einmal 180 Sekunden. Das war’s dann aber auch schon mit Glanzlichtern aus Sicht des Fußball-Verbandsligisten Union Solingen.

Was nach Karakitsos’ früher Führung folgte, war nämlich nur wenig sehenswert. Mittelfeldgeplänkel, lässig geführte Zweikämpfe gegen einen SV Hönnepel-Niedermörmter, der geduldig darauf wartete, sich gegen im Spiel ohne Ball lauffaule Solinger in Szene zu setzen. Als Philipp Küppers Ahmed Gökbayrak ausgetanzt hatte und Daniel Boldt mit einem Steilpass mustergültig bedient hatte, hatte der Interimsstürmer wenig Mühe, den Ball flach an Stefan Krinke zum Ausgleich ins Tor zu schieben (19.).

Daniel Boldt, diesen Namen werden vor allem Ahmed Gökbayrak und Luard Jaha so schnell nicht vergessen. Die beiden Union-Verteidiger waren in der Folgezeit stets darum bemüht, den um einen Kopf größeren und sprungstarken Akteur in Schach zu halten. Weil ihre Mitspieler bei den hohen Flanken nicht störten, spielte Daniel Boldt nach 26 Minuten seine Lufthoheit gleich zwei Mal aus. Den ersten Versuch setzte „der Lange“ an den Pfosten (25.), bei seinem zweiten Kopfball 42 Sekunden später schien er sich in der Luft stehend die Ecke aussuchen zu können – und Daniel Boldt wählte beim 2:1 die rechte obere.

Stefan Krinke, für den verhinderten Dennis Prostka erstmals von Beginn an zwischen den Pfosten, hatte sich bis dahin noch nicht bewähren können. Auszeichnen konnte sich der Schlussmann erstmals in der 52. Minute, als er einen Schuss aus fünf Metern des völlig frei stehenden Markus Nickel mit dem Fuß abwehrte – allerdings genau vor die Füße von Jens Hoffmann, der im Nachsetzen auf 3:1 erhöhte.

Erst jetzt schienen die Solinger zu registrieren, dass sie gegen die Dorfgemeinschaft vom Niederrhein mehr tun mussten, um vor den 350 Zuschauern im Stadion am Hermann-Löns-Weg nicht vorgeführt zu werden. Nachdem Krinke noch einmal gegen Michael Ahles glänzend pariert hatte (70.), kamen auch die Gastgeber wieder zu Torchancen: Sasa Disic aus 19 Metern (72.), Sinisa Nedeljkovic ans Außennetz (78.), Markus Weiß per Kopf an die Latte (79.). Das Spiel war jetzt zwar wieder sehenswert, aber nicht so erfolgreich wie in den ersten 180 Sekunden.

(RP)