Hager scheute das Risiko

Im Streckenverlauf des achten Solinger Mountainbike-Rennens um den Halfeshof stand erstmals auch ein Sprung. Simon Hager traute sich diesen zwar nicht zu, fuhr aber dennoch auf Platz 25.

Es gehört schon ein bisschen Mut dazu, mit einem Fahrrad einen Sprung von knapp einem Meter zu bewältigen. Die meisten Teilnehmer des Solinger Mountainbikerennens rund um den Halfeshof trauten sich dies jedoch zu und wagten sich über die kleine Schanze. Nur wenige schreckten vor dem Wagnis zurück und nahmen den etwas leichteren, dafür aber auch längeren Weg auf sich, um der Gefahr eines Sturzes aus dem Weg zu gehen. Doch auch diejenigen Fahrer, die sprangen, hielten meist kurz vorher die Luft an, um sich auf den Sprung zu konzentrieren und nicht zu stürzen.

Simon Hager vom ausrichtenden Velo Solingen wollte das Risiko nicht eingehen. Er entschied sich bei seiner ersten Teilnahme in der Herren B-Eliteklasse lieber für den Umweg. „Die Sicherheit ging vor – ich wollte auf keinen Fall einen Sturz riskieren“, erklärte der 18-jährige. Dass jedoch auch der vermeintlich sicherere, engere Weg um das Hindernis Gefahren birgt, musste einer seiner Kontrahenten schmerzlich erfahren. Dieser nahm die Kurve zu eng und blieb mit dem Lenker im Absperrzaun hängen. Zwar konnte er einen Sturz nicht mehr verhindern, das Rennen aber fortsetzen.

Die Rennplaner hatten erstmals einen Sprung in den Parcours des Solinger Rennens, welches erneut im Rahmen des „iXS NRW-Cups“ ausgetragen wurde, eingebaut. „Mit dem Sprung sowie den beiden zusätzlichen Schikanen wollten wir ein bisschen das Tempo herausnehmen und die Strecke anspruchsvoller machen“, erläuterte Heike Krieschen, Pressesprecherin von Velo Solingen. Bei den Teilnehmern kamen die Veränderungen im Streckenverlauf offenbar gut an. „Wir haben viel positive Resonanz bekommen. Die wenigsten haben sich für den ,Chicken Way’ entschieden“, freute sich Krieschen.

Muskuläre Probleme

Neben Hager war mit Christian Simons ein zweiter Vertreter von Velo Solingen am Start des Elite-Rennens. Für ihn war es jedoch schon nach wenigen Runden Schluss. „Muskuläre Probleme. Ich kam die Anstiege kaum hoch – es hätte keinen Sinn gemacht, weiterzufahren“, war Simons enttäuscht. In den Tagen vor dem Rennen hatte er bei der Präparation der Strecke mitgewirkt. Mehrfach war er dabei die 4,2 Kilometer komplett abgegangen. „Ich bin ständig die Berge rauf und runter. Das war wohl nicht das beste Training“, lächelte er. Zur Vorbereitung auf das nächste Jahr wird wohl auch etwas Sprungtraining gehören. Zumindest Simon Hager, der trotz des Umweges an der Schanze einen starken 25. Platz belegte, möchte bei der neunten Auflage auf jeden Fall den Sprung riskieren.

(RP)