Handball: Ergebnis wurde Nebensache

Handball : Ergebnis wurde Nebensache

Die Oberliga-Handballer der SG Solingen BHC II verlieren am letzten Hinrundenspieltag gegen Dinslaken. Das sportliche Geschehen rückte nach einem schlimmen Unfall allerdings vollkommen in den Hintergrund.

BHC II – MTV Rheinwacht Dinslaken 33:35 (14:16). Wie sehr der Sport in den Hintergrund treten kann, erlebten rund 200 Zuschauer am Samstag Abend in der Klingenhalle. Allen Anwesenden stockte der Atem, als in der 40. Minute Solingens Malte Gretges und Dinslakens Keeper Stefan Grädtke zusammen knallten. Beide Spieler blieben liegen, der Schlussmann krümmte sich lautstark vor Schmerzen. Die Begegnung wurde für fast eine halbe Stunde unterbrochen. Grädtke musste mit gebrochenem Schienbein ins Krankenhaus gebracht werden.

„Da macht man sich natürlich auch ganz andere Gedanken. Die Gesundheit geht vor und leider passierte heute so ein Zwischenfall.“ Trainer Dag Rieken war noch lange nach Spielschluss geschockt. Dass seine Oberliga-Handballer dabei einen entscheidenden Rückschlag im Kampf um die Tabellenspitze einstecken mussten, entwickelte sich nur zur Randnotiz. „Wir wünschen Stefan alles erdenklich Gute und einen schnellen Heilungsverlauf“, erklärte Rieken.

Bereits im Vorfeld war kein schönes Handballspiel zu erwarten. Der ehemalige Regionalligist aus dem Ruhrgebiet ist für Sparsamkeit in allen Bereichen bekannt. Der Rumäne Marius Timofte, auch diesmal als neunfacher Torschütze sehr auffällig, zieht ohne spektakuläre Aktionen gekonnt die Fäden und bindet die eher biederen Mannschaftskollegen sehr geschickt ein. „Da haben wir uns über die gesamte Spieldauer sehr schwer getan.“ Der SG-Coach musste aber auch eingestehen, dass seine Truppe die wohl schwächste Saisonleistung hinlegte. Kristian Nippes und Co. erlaubten sich unzählige technische Fehler, dazu wurden viele Bälle leichtfertig im Aufbau nach vorne weggeworfen. Nach der Pause fehlte der Kopf, der das Heft in die Hand hätte nehmen müssen. Die Gastgeber kreuzten sich vor der stabil aufgebauten Dinslakener Hintermannschaft fast duselig, ohne zwingend nach vorne zu spielen. „Leider ist die Verantwortung weiter gereicht worden. Das war ausschlaggebend.“

Zeichen stehen auf Verlängerung

Rieken kann aber trotz der Niederlage in personeller Hinsicht Positives vermelden. Mit den Rückraumspielern Moritz Blau und André Eich steht die SG-Reserve kurz vor einer Verlängerung der Zusammenarbeit. In den kommenden Wochen sollen dann weitere personelle Entscheidungen getroffen werden.

(RP)
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