BHC gegen TBV Lemgo - immer ein Handball-Krimi

Handball-Bundesliga: BHC gegen TBV Lemgo – immer ein Handball-Krimi

In dem Erstliga-Duell entscheidet sich, welches Team sich nach oben orientieren kann.

Bergischer HC kontra TBV Lemgo – das war in den vergangenen Jahren stets Spannung pur. Und es könnte auch an diesem Sonntag sein, wenn die beiden westdeutschen Rivalen in der Klingenhalle aufeinander treffen. „Lemgo hat eine sehr gute Mannschaft und hoch gegen Gummersbach gewonnen. Aber wir wollen wie gegen Erlangen ein gutes Spiel machen und die Punkte in Solingen behalten“, gibt Rafael Baena die Marschroute vor. Der spanische Kreisläufer betont die Bedeutung des Duells – und die ist wahrlich gegeben, denn der Sieger würde sich mit dann 6:4 Punkten erst mal im oberen Tabellendrittel festsetzen. Mit 4:6 Zählern hingegen ist unteres Mittelfeld angesagt.

Angesichts einer Distanz von 200 Kilometern zwischen Solingen und Lemgo mag BHC-Trainer Sebastian Hinze nicht von einem Derby sprechen, sein Geschäftsführer Sport bringt aber ein anderes Attribut ein. „Dieses Duell hat so langsam das Zeug zum Klassiker. Immer ein Krimi, immer hochdramatisch“, erinnert sich Jörg Föste an viel Brisanz bei den bisherigen Begegnungen. Riesig war der Frust, als die Lipperländer in der ersten Erstliga-Saison der Löwen deren riesigen Vorsprung am Ende noch in ein 33:32 drehten. Unbändig war die Freude, als Max Weiß 2015 mit der Schlusssekunde zum 31:30 ins leere Tore der Lemgoer, die auf den siebten Feldspieler gesetzt hatten, traf. Zwei Beispiele für ganz intensive Begegnungen – ähnlich dürfte es auch diesmal zur Sache gehen.

Das Team des früheren Solinger Rechtsaußen Florian Kehrmann kommt zu einem Zeitpunkt an den Weyersberg, wo der Bergische HC in den vielen Trainingseinheiten die Basis für eine gute Phase gelegt hat. „Die müssen wir jetzt aber auch nutzen und punkten. Wir haben es bislang gut gemacht, waren sehr nahe am Optimum“, ist Sebastian Hinze mit den Auftritten gegen Ludwigshafen, in Hannover, gegen Erlangen und in Magdeburg zufrieden.

Gerade das vergangene Auswärtsspiel beim SCM, der am Donnerstag den THW Kiel mit 35:30 aus der Getec-Arena fegte, hat die prima Moral unterstrichen. Obwohl die Partie entschieden war, kämpfte der BHC weiter und wurde mit einem ordentlichen Ergebnis belohnt. „Es hätte noch knapper ausfallen können“, meint Hinze und gibt Einblick in seine Handball-Philosophie: „Ich wollte noch nie mit einem Spiel in der 50. Minute aufhören“.

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Der 39-Jährige weiß, dass der September wichtig werden kann. Denn am Sonntag in einer Woche könnte beim TVB Stuttgart Zählbares drin sein, am 30. September gegen die SG Bietigheim sollte es der Fall sein. Sebastian Hinze: „Mit nur einem Punkt aus den kommenden drei Spielen wäre ich nicht wirklich zufrieden“.

Erst einmal gilt es aber, dem TBV Lemgo Paroli zu bieten. „Nach der Saison 2016/17 haben beide Clubs ihren Innenblock stabilisiert“, weist Jörg Föste auf eine Parallele hin – und schickt ein Lob an das eigene Abwehr-Duo Csaba Szücs / Max Darj hinterher. Spieler, die Chefcoach Hinze auf Seiten des Gegners begeistern, gibt es zuhauf. Peter Johannesson im Tor, die deutschen Spielmacher Andrej Kogut und Tim Suton, der „schlaue Kreisläufer“ Christoph Theuerkauf, Fabian van Olphen, Isaias Guardiola, Donat Bartok, Tim Hornke – sie und andere stehen für reichlich Qualität, was der neunte Platz des Vorjahres mit 34:34 Punkten dokumentiert.

Nur 1669 Zuschauer sahen am Donnerstag den 29:22-Erfolg von GWD Minden über den HC Erlangen. In der Klingenhalle werden am Sonntagnachmittag auf jeden Fall mehr zu Gast sein, aktuell sind rund 2000 Tickets verkauft. Die Tageskasse in der Klingenhalle öffnet um 14.30 Uhr.

Handball-Bundesliga Bergischer HC – TBV Lemgo (So. 16 Uhr, Klingenhalle)

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