Solingen: Wuppersteine reisen um die Welt

Kleine Kunstwerke : Wuppersteine reisen um die Welt

Der Trend, bemalte Steine auszulegen, hat auch Solingen erreicht: Dafür sorgt Miriam Gatawetzki-Köppchen.

Eine kleine Entdeckung am Strand brachte den Stein buchstäblich ins Rollen: Denn einen solchen fand Miriam Gatawetzki-Köppchen im Sommerurlaub in Zeeland. „Er war bunt bemalt“, erinnert sie sich. Zurück im Wohnwagen recherchierte sie die Hintergründe: Was hatte jemanden dazu veranlasst, das kleine Kunstwerk am Meer zurückzulassen? „Dabei stieß ich auf mehrere Gruppen, die die Steine bemalen und auslegen, damit ein anderer sie findet und an einen neuen Ort mitnimmt“, erklärt sie das Prinzip, das inzwischen weite Kreise zieht – und nun dank ihr auch das Bergische Land erreicht hat.

Wieder daheim gründete die passionierte Malerin auf facebook eine Gruppe mit dem passenden Titel „Wuppersteine“ – und machte sich ans Werk. Die kleinen Kiesel versieht sie mit den unterschiedlichsten Motiven, die teilweise zur Form passen. „Der hier sieht aus wie ein Haus – also habe ich auch eins draus gemacht“, sagt sie und zeigt ein Exemplar. Auf einem anderen ist eine Schneeflocke verewigt. Und wieder andere tragen spezielle Botschaften.

Wer einen solchen Stein in der Natur entdeckt, ist aufgerufen, ein Foto des Fundortes mitsamt dem Stein im Internet zu posten und das Fundstück woandershin mitzunehmen. Auf diese Weise seien Steine schon nach Irland, in die Schweiz und nach Jerusalem gelangt, berichtet Gatawetzki-Köppchen. Unterstützer hat ihre Aktion auch weit über das Bergische Land hinweg gefunden – etwa im Odenwald oder in Gronau. „Es geht darum, anderen Menschen eine Freude zu bereiten“, sagt sie.

Ihr Elan übertrug sich auch auf die Kinder, die regelmäßig den Felix Kids-Club am Breidbacher Tor besuchen: Auch sie bemalten mit Gatawetzki-Köppchen Steine, die sie im Urlaubs­camp gefunden hatten und ließen dabei ihrer Kreativität freien Lauf. Manche betonten mit Farbe die markante Form der Objekte, andere schufen kleine Bildchen, etwa mit Blumen oder Rentier Rudolph. Damit die Farbe auch Umwelteinflüssen trotzt, werden die Steine mit Acrylstifen bemalt und lackiert. „Wir freuen uns, solche Aktionen zusammen machen zu können“, sagt Gunter Opitz, der den Club mit Ehefrau Sybilla betreibt. Im „Felix“-Bus geht es hinaus, um die Steine zu verteilen – damit diese mit ihren Entdeckern an neue Orte gelangen.

Die facebook Gemeinde „Wuppersteine“ vergrößert sich indes weiter. In einem der jüngsten Einträge berichtet eine Mutter vom Fund eines Steines. Dessen Reise dürfte allerdings zu Ende sein. Denn, wie die junge Frau schreibt, „mein Sohn möchte ihn nicht mehr hergeben, werden ihn behalten, er soll ihm Glück bringen.“

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