Solingen: Fördertopf für schöne Fassaden gut gefüllt

Hof- und Fassadenprogramm: Neue Farbe lässt alte Häuser glänzen

Hauseigentümer in der Solinger Innenstadt können weiter vom Hof- und Fassadenprogramm profitieren. Wer seiner Immobilie einen neuen Anstrich verpasst, kann bis zu 40 Prozent Zuschuss einstreichen.

Der neue Anstrich lässt die Häuserzeile Entenpfuhl 1-3 im neuen Glanz erscheinen. Die frische Farbe an der Immobilie, in der auch das „Café Q“ seine Gäste bewirtet, wurde auch über Fördergelder des Hof- und Fassadenprogramms aufgetragen. „Wir haben 40 Prozent Förderung bekommen“, freuen sich die Eigentümerinnen Nina Joerß und Sabine Vana-Limbach, „wir haben aber auch im Inneren des Hauses investiert“. Joerß und Vana-Limbach hatten vom Hof- und Fassadenprogramm gehört und sich beim Innenstadtmanagement an der Hauptstraße informiert. Das Programm sei für sie zusätzliche Motivation gewesen, in die Immobilie zu investieren. „Die Erstberatung durch einen Architekten ist kostenfrei“, sagt Stadtentwickler Markus Lütke Lordemann und ergänzt: „Es gibt bis zu 40 Prozent Zuschüsse, maximal 24 Euro pro Quadratmeter Fläche.“

Obwohl die Stadt mit dem innerstädtischen Hof- und Fassadenprogramm bereits seit mehr als fünf Jahren unterwegs ist, hielt sich die Bereitschaft von Hauseigentümern zu investieren indes in Grenzen. Von den zur Verfügung stehenden 584.00 Euro wurden bislang 158.000 Euro ausgegeben, berichtet Innenstadtmanagerin Dr. Eva Dannert.

Interessierten Hauseigentümern rät sie daher, mit dem Innenstadtmanagement im Zukunftsbüro an der Hauptstraße 24 (innenstadtbuero@solingen.de; Telefon 0151/610 600 67) Kontakt aufzunehmen. „Wir kooperieren auch mit der Werbe- und Interessengemeinschaft und beraten auch über den Verfügungsfonds. Wir können Impulse geben, aber wir brauchen auch Mitstreiter, die etwas unternehmen wollen“, sagt Eva Dannert. Auch das Thema Leerstände werde vom Innenstadtmanagement bearbeitet. „Wir suchen neue Nutzungen für leerstehende, alte Räume“, so Dannert, die sich zusammen mit ihrer Kollegin Anne Kraft über Ideen von Bürgern freuen würde.

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Im Hof- und Fassadenprogramm sieht Stadtdirektor Hartmut Hoferichter einen Baustein, um die Innenstadt nach vorne zu bringen. Er weiß: Freundliche Anstriche und saubere Fassaden tragen wesentlich dazu bei, ein Wohn- oder Geschäftsumfeld attraktiver zu gestalten. Das wirke sich auch positiv aus auf das Lebensgefühl der Menschen vor Ort.

Überdies steht mit dem Verfügungsfonds ein weiterer Baustein zur Verfügung. Gut 180.000 Euro könnten hier von Vereinen wie Privatleuten für kleinere Aktivitäten abgerufen werden. „Es braucht aber Initiativen, die von Dritten getragen werden“, betont der Stadtdirektor. Während das laufende Hof- und Fassadenprogramm noch Bestandteil der Kreativ- und Standortoffensive City 2013 ist, erarbeiten die Solinger Stadtentwickler derzeit ein neues Konzept unter dem Namen City 2030. „Das wird momentan konzeptionell geplant“, sagt Hoferichter. ein Aspekt wird hier beispielsweise sein, dass der Bereich der Unteren Hauptstraße künftig nicht mehr Einzelhandel, sondern Wohnen zum Schwerpunkt hat.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Zurzeit sind das Innenstadtmanagement und die Stadtentwicklung bemüht, das Hof- und Fassadenprogramm weiter zu forcieren. „Immerhin 33 Objekte haben wir bislang gefördert, darunter 15 in der Nordstadt“, erklärt Markus Lütke Lordemann. Ansprechpartner sei das Innenstadtmanagement. Und es gibt in der City durchaus noch zahlreiche Immobilien, die eine neue Farbe vertragen könnten. „Wir werden noch einmal alle Eigentümer auf das Programm aufmerksam machen“, so Lütke Lordemann. Stadtdirektor Hartmut Hoferichter ergänzt: „Mit den Eigentümern, die in Solingen leben, klappt es besser, als mit auswärtigen.“

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