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Solingen: Fahnder beobachten zwei Salafisten intensiv

Solingen : Fahnder beobachten zwei Salafisten intensiv

Der Verfassungsschutz und der polizeiliche Staatsschutz beobachten die salafistische Szene in Solingen weiter sehr genau. Dabei sind nach Informationen unserer Zeitung im Augenblick vor allem zwei Männer, die zu der radikal-islamischen Gruppe aus der Millatu-Ibrahim-Moschee gehören, im Visier der Fahnder.

Die Salafisten setzen derweil ihre "Missionierungsarbeit" fort. Für den heutigen Samstag ist in Wuppertal ein Informationsstand angemeldet, an dem kostenfrei Exemplare deutscher Koran-Übersetzungen verteilt werden sollen.

An dem Stand wird auch wieder der Kölner Prediger Abu Ibrahim erwartet, der zuletzt schon mit dem Solinger Robert B. in der Nachbarstadt sowie in Iserlohn aktiv war. B. war im Februar in England wegen Terrorunterstützung verurteilt und erst Ende März nach Deutschland abgeschoben worden. Seitdem verkehrt er wieder in der salafistischen Szene.

Ob die Radikalen eine ähnliche Propaganda-Aktion wie heute in Wuppertal demnächst auch in Solingen planen, ist noch unklar. Für das Wochenende wurde in der Klingenstadt kein Informationsstand angemeldet, sagte gestern ein Sprecher der Stadt auf Anfrage unserer Zeitung. Sollte allerdings eine Anmeldung erfolgen, hätte das Rathaus kaum Möglichkeiten, eine Verteilung von Koranen in Solingen zu verhindern, so der Sprecher.

Seit vergangenem Jahr treten die Salafisten im Rahmen der Kampagne "Lies!" verstärkt in den Fußgängerzonen deutscher Städte auf. Von den Sicherheitsbehörden wird die Aktion als Versuch eingeschätzt, vor allem unter jungen Menschen die salafistische Interpretation des Islam zu verbreiten. Rechtliche Gegenmaßnahmen erscheinen aber schwierig, da Missionierung religiösen Gruppen prinzipiell erlaubt ist.

(RP/rl/ila)