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Rommerskirchen: Wandern durchs Mittelalter

Rommerskirchen : Wandern durchs Mittelalter

Der historische Hohlweg in Butzheim entstand im Mittelalter und ist ein geschütztes Naturdenkmal. Jetzt rückt ihn der Rhein-Kreis Neuss mit einer neuen Info-Tafel ins rechte Licht.

Rommerskirchens Kommunalpolitiker sind mehrheitlich "Gefühls-Kölner" und so konnte es nicht verwundern, dass sie Mitte 2007 das Konzept "Regio Grün" lebhaft begrüßt haben. Im Zuge seiner Umsetzung wird die Gemeinde nämlich zum Bestandteil eines dritten Kölner Grüngürtels — wenn es auch nicht direkt einer Eingemeindung gleichkommt, wird doch die Nähe zur Domstadt damit noch einmal betont.

Die geografisch- geologische Grundlage dafür, Kooperationspartner des Konzepts geworden zu sein, bietet die Tatsache, dass das Butzheimer Bruchrandgebiet zum Altrheintal gehört. Mit im Boot ist auch der Rhein-Kreis Neuss: Dies gilt für die Beteiligung an den Kosten für eine Radweg am Bruchrandweg, aber auch für die Anpflanzung zahlreicher Bäume im Rahmen des 100-Alleen-Programms des Landes. In das ihm gebührende Licht hat der Kreis jetzt auch den zum Bruchrandweg führenden Hohlweg gerückt: "

Der 1700 Meter lange und bis zu acht Meter tief eingeschnittene Weg gehört zu den schönsten seiner Art in Nordrhein-Westfalen", sagt Johannes Nordmann, Leiter des Kreisplanungsamts. Mit einer neuen Info-Tafel will der Kreis auf diese Attraktion aufmerksam machen, die schließlich auch Teil der "Erlebnisroute Nord" ist die vom Kölner Media-Park bis zum Kloster Knechtsteden führt. Die Entstehung des Lösshohlwegs lässt sich zumindest bis ins frühe Mittelalter zurückdatieren. Auf 200 Jahre alten Landkarten ist der Weg bereits verzeichnet. Von Butzheim aus führte er damals ins Moor. Der Hohlweg, ein inzwischen rechtlich geschütztes Naturdenkmal, ist wahrscheinlich als bäuerlicher Zubringerweg zur Feldflur entstanden.

Die Vielzahl römischer Gutshöfe, die bis in diese Tage freigelegt werden, ist vor diesem Hintergrund leicht erklärlich. Hohlwege wie der in Butzheim sind auch für Pflanzen und Tiere ein wertvoller Lebensraum: "Auf engem Raum kommen hier Gegensätze zwischen schattigen und sonnigen, trockenen und feuchten, windigen und windgeschützten Plätzen vor", erklärt Volker Große, zuständiger Abteilungsleiter im Planungsamt des Kreises. Vor allem für Bienen und andere Insekten seien die Wände des Hohlwegs interessant. Wichtigste Voraussetzung für den Erhalt ist nach den Worten von Johannes Nordmann jedoch "die Nutzung durch den Menschen."

Und an der scheint es nicht zu mangeln, wie Rathaussprecher Elmar Gasten zu berichten weiß: Mag auch Köln genauso weit entfernt sein wie zuvor — der Weg nach Stommeln wird von vielen Fußgängern und Wanderern eifrig genutzt. Die Gemeinde begrüßt die neue Infotafel des Kreises nachdrücklich: "Wir freuen uns immer, wenn auf die Schönheiten der Gemeinde hingewiesen wird, von denen Rommerskirchen ja nicht wenige zu bieten hat", sagt Elmar Gasten.

(NGZ)