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Rommerskirchen: Bauern vor der Energiewende

Rommerskirchen : Bauern vor der Energiewende

Beim Erntedank-Empfang der Kreisbauernschaft und des Landfrauenverbandes skizzierte Kraftwerks-Chef Uhlig die Folgen der Energiewende. Getreideanbau zur Gewinnung erneuerbarer Energien wird Alternative.

Immer mehr Flächen in Deutschland werden für die Gewinnung erneuerbarer Energien verwendet. Das verdeutlichte RWE-Kraftwerks-Chef Eberhard Uhlig beim Erntedank-Empfang im Kreislandwirtschaftsmuseum in Sinsteden. Uhlig referierte über die Folgen der Energiewende.

Rund 100 Gäste waren der Einladung der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach und des Kreisverbandes Neuss/Stadt Mönchengladbach des Rheinischen Landfrauenverbandes gefolgt, darunter Hausherr Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Landtagsabgeordnete Wiljo Wimmer (CDU) und Hans Christian Markert (Grüne).

Kreislandwirt Wolfgang Wappenschmidt wünscht, dass nicht nur Landwirte, sondern auch die Verbraucher dankbar für jede gute Ernte sein sollten: "Trotz aller Technik sind wir abhängig vom Wirken der Natur", sagte er. In Deutschland werde nur elf Prozent des Einkommens für Nahrungsmittel ausgegeben — vor 50 Jahren seien es mehr als 50 Prozent gewesen.

Weltweite Ernährungssicherung, Energieversorgung und Klimaschutz seien große Herausforderungen: "Sie sind nur mit einer starken Land- und Forstwirtschaft und vitalen ländlichen Räumen zu bewältigen, für die die verlässliche Rahmenbedingungen herrschen müssen", forderte der Vorsitzende der Kreisbauernschaft, dass Landwirte nicht mit ständig veränderten Gesetzen und Verboten jeden Handlungsspielraum verlieren dürften. Zudem kritisierte er, dass zu viele Ackerflächen für Siedlung und Verkehr geopfert würden, im Rhein-Kreis waren es 15,5 Prozent in den vergangenen 20 Jahren, etwa 300 Hektar pro Jahr.

Die Energiewende bedeutet für die Landwirte auch ein Umdenken, da mehr Windräder und Biogasanlagen Fläche verbrauchen, auch für den Anbau von Getreide als Energielieferant für Biogasanlagen als Alternative zum Verkauf als Nahrungsmittel.

Aus Sicht von RWE erläuterte Eberhard Uhlig, Kraftwerksleiter in Frimmersdorf und Neurath, wie die Energiewende Deutschland verändern werde. Dabei warnte er vor fehlenden Stromvorräten, einer stagnierenden Forschung und teurem Strom, der aus unsicheren Kraftwerken importiert werden müsse. "RWE wird als Dienstleister die Vorgaben der Bundesregierung erfüllen", wies er darauf hin, dass RWE jährlich eine Milliarde Euro in regenerative Energien investiere.

Uhlig sieht die Klimaschutz-Rolle Deutschlands gerade vor dem gigantischen Nachholbedarf in Asien als "vernachlässigbar" an. "Wir müssen die Technik entwickeln, aus gleicher Energie mehr Strom zu erzeugen", forderte er. Biogasanlagen und Windräder hätten nur begrenzte Möglichkeiten der Stromerzeugung: "Für Phasen ohne Wind und Sonne müssen wir Strom vorhalten, sonst droht Chaos."

(NGZ)