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Rommerskirchen: Erfolgsmodell Kastanienschule

Rommerskirchen : Erfolgsmodell Kastanienschule

Gut zehn Prozent aller Kinder, die zur Kastanienschule in Hoeningen gehen, stammen aus Grevenbroich. Attraktiv ist für viele Eltern insbesondere die schon seit 2003 bestehende Offene Ganztagsschule.

Traditionell ist die Kastanienschule die kleinste der drei Rommerskirchener Grundschulen. Bei allen Vorteilen besteht die Kehrseite darin, dass die Schule in der Vergangenheit schon mal in Existenznöte geraten war. Hie und da war es nämlich nur knapp gelungen, eine neue Eingangsklasse zu bilden. Schon vor geraumer Zeit haben Schulleiterin Gabriele Domhof und die Verwaltung daher begonnen, energisch gegenzusteuern.

Der im Sommer 2010 erneuerte Internetauftritt der Kastanienschule ist dabei nur ein Mosaikstein. "Man muss die Eltern schon mit etwas locken", beschreibt Rathaussprecher Elmar Gasten die nicht nur damit verbundene Absicht. Erfolge sind denn auch nicht ausgeblieben — wobei die Kastanienschule längst auch eine beachtliche Ausstrahlungskraft auf verschiedene Orte der Nachbarschaft Grevenbroich wie etwa Neukirchen, Hülchrath oder auch Allrath und Barrenstein gewonnen hat.

Aktuell jedenfalls kommen zehn Prozent der Schüler, die die Kastanienschule besuchen, aus Grevenbroich, "Anfragen für das nächste Schuljahr liegen bereits vor" , so die Rektorin, die seit 19 Jahren die Hoeninger Schule leitet. Ein nicht gering zu veranschlagender Faktor ist das Angebot der Offenen Ganztagsschule, mit dem die Gemeinde den genannten Grevenbroicher Stadtteilen um Jahre voraus ist. Den Offenen Ganztag gibt es in Hoeningen bereits seit 2003. Von den 103 Kindern, die zur Kastanienschule gehen, werden 63 nachmittags hier betreut, was einer Quote von etwa 62 Prozent entspricht.

Neben Rechnen, Schreiben und Lesen bilden naturwissenschaftliche Aspekte und Musik Schwerpunkte in der Kastanienschule: "Von 27 Kindern, die die erste Klasse besuchen, sind 22 in der musikalischen Früherziehung", erzählt Gabriele Domhof. Wenn sie die Grundschule verlassen, haben die meisten Kinder ein Instrument erlernt. Auch ansonsten kann sich die Bilanz der Schule sehen lassen: Im Schnitt wechseln 52 Prozent der Viertklässler auf ein Gymnasium — der Landesschnitt liegt bei 37 Prozent.

Bürgermeister Albert Glöckner setzt auf den Wettbewerb der örtlichen Schulen. Die vor einigen Jahren abgeschafften Schuleinzugsbezirke soll es auch künftig nicht wieder geben. In Betracht kommt diese Lösung Glöckner zufolge nur, wenn eine Schule akut in ihrem Bestand gefährdet wäre. Die Verantwortlichen der Kastanienschule können erst einmal aufatmen: Bis 2016/2017 ist die Einzügigkeit nach den Prognosen gesichert.

(NGZ)