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Rommerskirchen: Glöckner zieht sich bereits 2014 zurück

Rommerskirchen : Glöckner zieht sich bereits 2014 zurück

Der Bürgermeister kandidiert aus Altersgründen nicht noch einmal. SPD-Kandidat wird wohl Fraktionschef Martin Mertens.

Bürgermeister Albert Glöckner will sich nicht erneut zur Wahl stellen und wird bereits im Mai 2014 aus dem Amt scheiden. "In der letzten Woche hat die SPD den Wunsch geäußert, ich möge für eine vierte Amtszeit kandidieren. Auch aus der Bürgerschaft höre ich diesen Wunsch. Das freut mich, ich fühle mich geehrt und würde auch gerne für die Gemeinde weiter arbeiten", erklärte Glöckner am Dienstag. Dass er dieses Angebot jedoch nicht annehmen könne, begründet der 64-Jährige mit seinem Alter: Im Jahr seiner regulär 2015 endenden Amtszeit werde er 67. Würde er dann erneut gewählt, endete die nächste Wahlperiode 2020. "Dann würde ich 72 Jahre alt", so Albert Glöckner.

Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Der Amtsinhaber verweist darauf, dass es für Bürgermeister, anders als für Minister, kein Recht zum vorzeitigen Rücktritt gebe. "Einzig der Amtsarzt kann einen Bürgermeister dienstuntauglich schreiben und dem geht in der Regel eine längere Phase der krankheitsbedingten Abwesenheit voraus. Dieses Risiko kann und darf die Gemeinde nicht eingehen", sagt der Bürgermeister. Aus Glöckners Sicht "muss der Bürgermeister der Motor der Verwaltung sein, er darf nicht schwächeln. Dann leidet die Entwicklung der Gemeinde."Albert Glöckner will daher von der gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch machen und bis 30. November die Kommunalaufsicht bitten, ihn nach Ablauf der Wahlperiode des Rats in den Ruhestand zu versetzen.

Dann gibt es eine gleichzeitige Wahl von Bürgermeister und Ratsvertretern — für ihn die beste Lösung: "Einen arbeitsfähigen Rat mit einer dem Bürgermeister zugeneigten Mehrheit wird es am ehesten geben, wenn Rat und Bürgermeister am gleichen Tag gewählt werden", ist der Rathauschef überzeugt. "Die Bürgerschaft kann sich dann für eine Mannschaft mit dem dazu gehörenden Spielführer entscheiden. Schöner kann es für die Bürgerschaft nicht sein", so Glöckner.

"Wir bedauern außerordentlich, dass Albert Glöckner nicht weitermachen will", kommentiert der SPD-Vorsitzende Johannes Strauch Glöckners Entscheidung. "Er hat viel für die SPD getan und war wohl der beste Bürgermeister, den die Gemeinde je hatte", so Strauch. "Wir hätten gern mit ihm weitergemacht, aber seiner Entscheidung bringen wir großen Respekt entgegen", sagt der SPD-Chef.

Der SPD-Vorstand werde sich in der kommenden Woche mit der Entwicklung befassen. Dabei soll eine Vorentscheidung in der Kandidatenfrage fallen. "Albert Glöckner hinterlässt große Fußstapfen", so Strauch. "Derjenige, der es macht, muss sich an der Arbeitsweise Glöckners orientieren und ein ,Kümmerer' für die Bürger sein", beschreibt der SPD-Chef ein Kriterium. Einerseits mag Strauch einer Entscheidung "nicht vorgreifen", er bestreitet aber nicht, dass alles wohl auf eine Nominierung des seit 2011 amtierenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Martin Mertens hinauslaufen wird. Zunächst jedoch soll der SPD-Vorstand das Wort haben.

Mit der förmlichen Kandidatenkür haben es die Sozialdemokraten auch aus rechtlichen Gründen nicht eilig: Voraussichtlich am 26. September sind die SPD-Mitglieder gefragt, mit wem sie als Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 antreten wollen.

(NGZ/ac/rl)