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Rommerskirchen: Rat einstimmig für Ersatz-Spielplätze

Rommerskirchen : Rat einstimmig für Ersatz-Spielplätze

Für den Spielplatz am Bunzlauer Weg in Anstel wird es an der Tilsiter Straße einen Kleinkinderspielplatz geben. Kritik am Umnutzungskonzept der Rommerskirchener Verwaltung blieb gestern Abend im Gemeinderat aus.

Die seit März anhaltende Diskussion um die beabsichtigte Schließung von vier Spielplätzen vollzog sich als regelrechte Wellenbewegung: Im März ging es unter anderem wegen dieser Frage im Rat derart turbulent zu, dass CDU-Fraktionschef Stephan Kunz aus dem Arbeitskreis Finanzen geworfen wurde. Im April gab es einen einstimmigen Beschluss, Ersatz für die Plätze zu schaffen. Nachdem Anfang Mai Ansteler Bürger für den Erhalt des Spielplatzes am Bunzlauer Weg demonstriert hatten, setzte der Gemeinderat gestern Abend wohl den endgültigen Schlusspunkt unter die phasenweise nur schwer nachvollziehbare Debatte – und das völlig unspektakulär. Einstimmig billigten die Politiker das von Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert präsentierte Umnutzungskonzept, das unter dem Strich rund 30 000 Euro kosten soll.

Bereits bei der Demonstration vor drei Wochen hatte sich abgezeichnet, dass sich die Eltern und Anwohner des Platzes am Bunzlauer Weg mit einer nur knapp hundert Meter entfernt liegenden Alternative an der Tilsiter Straße anfreunden können. Hier soll nun Rudolf Reimert zufolge ein Kleinkinderspielplatz entstehen. Ausgestattet werden soll er mit noch brauchbaren Geräten vom Bunzlauer Weg und bei der Gemeinde noch vorhandenem Spielgerät. Für den Platz am Nettesheimer Nelkenweg wird es Ersatz am nahe gelegenen Veilchenweg geben. Statt des Platzes an der Eckumer Kastanienallee soll es künftig Spielmöglichkeiten auf dem Festplatz am Steinbrink geben. Dort sind nur kleinere Geräte vorgesehen. Der Grund: "Die hier aufzustellenden Geräte müssen für Veranstaltungen – insbesondere das jährliche Schützenfest – ohne größeren finanziellen und materiellen Aufwand ab- und aufgebaut werden können", sagte Rudolf Reimert.

SPD-Fraktionschef Martin Mertens sprach von "einer sehr erfreulichen Entwicklung über die Fraktionsgrenzen hinweg." Sein Amtskollege Stephan Kunz betonte für die CDU nochmals, dass die Bürger ein Recht hätten "zu erfahren, was mit ihrem Grund und Boden geschieht." Mit der gestern getroffenen Entscheidung "wird der Beschluss des Rates aus der März-Sitzung korrigiert. Das finden wir gut", so Kunz. Der CDU-Fraktionsvorsitzende betonte, dass die Union keineswegs den Bürgermeister und die Verwaltung kritisiert habe. "Die Kritik kam aber aus ihrer Richtung", merkte Albert Glöckner an, ohne die Neigung erkennen zu lassen, die Kontroversen der vergangenen zwei Monate noch einmal neu zu beleben.

Die von Jupp Kirberg (Bündnis 90/Die Grünen) aufgeworfene Frage, wie die Auflösung der bisherigen Spielplätze und die Schaffung neuer konkret vonstatten gehen soll, lässt sich bislang noch nicht abschließend beantworten. Sicher ist Rudolf Reimert und Albert Glöckner zufolge in jedem Fall, dass die Plätze dieses Jahr noch in vollem Umfang genutzt werden können. "Sie sind zurzeit nicht bebaubar. Dafür müssen wir erst Baurecht schaffen", verwies der Bürgermeister auf 2014.

Ob dann alle Spielplätze zugleich aufgehoben werden, oder ob sich dies gestaffelt vollziehen wird, ist Reimert zufolge derzeit noch offen.

Die Standorte in Nettesheim, Anstel, Eckum und am Oekovener Römerplatz sollen zwecks Haushaltskonsolidierung zu Baugrundstücken werden – bis zu 400 000 Euro sollen dadurch in die Rommerskirchener Gemeindekasse fließen.

(NGZ)