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Rommerskirchen: Blues-Sound im Museum

Rommerskirchen : Blues-Sound im Museum

Die italienische Blues-Band "Morblus" und die "Louisiana Mojo Queen" begeisterten die Zuhörer beim Blues-Frühschoppen in Sinsteden. Zu den Konzerten im Landwirtschaftsmuseum kommen Besucher von weither.

Über den Status eines Geheimtipps für Blues-Freunde ist das Kreislandwirtschaftsmuseum inzwischen längst hinaus: Wenige Wochen nach dem seit seiner Premiere 2003 längst etablierten Blues-Festival zeigte dies jetzt auch die zweite Auflage von "Blues on Sunday".

Amerikanischen Blues "made in Italy" bot den 220 Besuchern die am Vorabend noch in Luxemburg gastierende Band "Morblus" um ihren Frontmann Roberto Morbioli. Was Ulrich Weidenhaupt besonders freute, ist die Tatsache, dass Tastenmann Daniele Scala auch auf Tourneen ein elektronisches Keyboard verschmäht: "Wo erlebt man schon noch eine fette Hammond-Orgel", schwärmte Blues-Experte Weidenhaupt, der gemeinsam mit Museumsleiterin Kathrin Wappenschmidt seit Jahren die Konzerte in Sinsteden organisiert.

Gut ein Jahr Vorlauf benötigt er, um die Künstler zu verpflichten. Die Vorbereitungen für das Blues-Festival 2012 haben folglich unmittelbar nach dem Ende des diesjährigen Ende Mai begonnen. Nicht selten bahnt Weidenhaupt die Vertragsverhandlungen bei den zahlreichen Konzerten an, die er nicht nur in der Region, sondern auch im benachbarten Ausland besucht. Nicht gelungen ist ihm dies natürlich bei der Blues-Legende B.B.King, der kürzlich in Bonn gastierte.

Dessen Auftritt stimmte Ulrich Weidenhaupt allerdings eher wehmütig, hat der große alte Mann des Blues doch seinen Zenit schon lange deutlich überschritten. Keineswegs überschritten hat ihn neben "Morblus" auch Verlinda Zeno, die als "Louisiana Mojo Queen" längst zu einer Legende in der Blues-Szene geworden ist. Ihre robuste, gleichwohl überaus modulationsfähige Stimme gestattet es ihr, mühelos vom Alt hin zum Sopran zu wechseln. Die Besucher jedenfalls mussten angesichts des mehr als zweistündigen Konzerts ihr Kommen nicht bereuen.

Auch wenn der Blues längst auch ein europäisches Phänomen geworden ist — seine Wurzeln sind es, die den inneren Bezug zum Landwirtschaftsmuseum herstellen: "Der Blues ist schließlich auf den Baumwollfeldern der Südstaaten entstanden", verweist Kathrin Wappenschmidt auf die Ursprünge des unverwechselbaren Sounds. Wobei die Sprache ein Kapitel für sich ist, denn nicht nur die Texte des klassischen Blues sind mit Nebenbedeutungen, Anspielungen und verschlüsselten "Codes" nur so gespickt.

Bei einem weiteren Blues-Event, das für November geplant ist, sollen unter anderem auch diese Fragen einmal etwas eingehender erörtert werden.

(NGZ/rl)