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Rommerskirchen: Schützen gestalten "Königseck"

Rommerskirchen : Schützen gestalten "Königseck"

In Butzheim hat die St. Sebastianus-Bruderschaft ein bisher ungenutztes Grundstück in Schuss gebracht. Mit Basalt gepflastert, bietet es nun Sitzgelegenheiten. 2012 sollen dor die Namen aller Schützenkönige "verewigt" werden.

Jahrelang nutzte niemand das Grundstück an der Ecke von Kuhlegasse und Nachstraße, auf dem nur zwei alte Blechgaragen standen. Doch dann kamen Vizebürgermeisterin Martina Fünger und Josef Brüggen, Anwohner sowie Musikchef der St. Sebastianus-Bruderschaft, auf die Idee, dass sich dort ein Platz einrichten ließe, der zum Verweilen einladen soll.

Die Bruderschaft erklärte sich bereit, bei der Planung und Herrichtung des Geländes mitzuwirken. "Gemeinsam konnten wir den Bürgermeister und den Rat davon überzeugen, das Grundstück zu kaufen", sagt Martina Fünger.

Die "Krönung" des Königsecks soll ein Gedenkstein werden, auf dem sich die Namen aller Könige der St. Sebastianus-Bruderschaft befinden. Deren gibt es einige, auch wenn sich die Spuren früherer Könige nicht mehr bis ins 13. Jahrhundert zurück verfolgen lassen — die Bruderschaft wurde 1296 erstmals urkundlich erwähnt. Für seine 2009 erschienene "Kleine Chronik" der Sebastianer hat Matthias Kratz allerdings eifrig recherchiert und die "Ahnengalerie" der Bruderschaft bis ins Jahr 1751 zurückverfolgt.

Damals regierte Ernst Freiherr von Siegenhoven aus Anstel. Bereits ein Jahr später gab es einen noch "prominenteren" Regenten: Schützenkönig war kein anderer als der Kölner Kurfürst und Erzbischof Clemens August. Sämtliche seitherigen Könige konnte Matthias Kratz ausfindig machen und so dürfte es kein kleiner Stein sein, auf dem diese "verewigt" werden. Zumal auch möglichst viel Platz für künftige Könige bleiben soll.

Es wird also nicht billig werden, wie Brudermeister Johannes Fünger weiß: "Es hapert noch an der Finanzierung. Nötig wird eine fünfstellige Summe sein." Für dieses Jahr schließt Fünger eine Realisierung aus, hofft jedoch, dass es 2012 klappt. Ungeachtet dessen waren jetzt trotz zeitweiligem Dauerregen rund 20 Helfer der Bruderschaft im Einsatz, die die sonstigen Arbeiten am "Königseck" weitgehend erledigt haben: Unterstützt durch das Fachwissen zweier örtlicher Unternehmen ist ein optisch moderner Platz entstanden. Die Fläche ist durchgängig mit blauem Basalt gestaltet. Als Sitzgelegenheiten sind Gambionen aufgestellt.

Obwohl das "Königseck" noch nicht ganz fertig ist, hat der Vorstand der Bruderschaft inzwischen beschlossen, bereits während des Schützenfests im September die Einweihung zu feiern — und später die Aufstellung des historischen Gedenksteins. Im Herbst müssen die Helfer noch einmal richtig anpacken: Das Butzheimer Königseck soll dann durch eine Hecke von den Nachbargrundstücken abgegrenzt werden.

(NGZ/rl)