Blues- und Rock-Festival im Kulturzentrum Sinsteden

Begeisterte Fans im Kulturzentrum: Kraftvoller Blues-Rock in Sinsteden

15 Jahre Blues-Rock Open-Air-Festival „Goin´ to my Hometown“. Ein Ende des Highlights ist nicht abzusehen.

Einst nur als vorsichtiger Test gestartet, wie die Initiatoren Ulrich und Wilhelmine Weidenhaupt betonen, ist daraus längst ein dicker Balken im Terminkalender der Besucher geworden. „Ausverkauft“, freute sich denn auch Museumsdirektorin Kathrin Wappenschmidt. Selbst dunkle Wolken über dem weitläufigen Gelände des  Vierkanthofes im Landwirtschaftsmuseum in Sinsteden taten der überbordenden Stimmung keinen Abbruch, denn für international hochkarätigem Blues-Rock ist diese Location längst zu einer ersten Adresse geworden. Für das gute Gelingen von „Goin’ to my hometown“ haben vor allem auch die zahlreichen Sponsoren beigetragen.

Außergewöhnliches wurde geboten und alles hat gepasst. Eine den Rahmen fast sprengende große Bühne, das begeisterte Publikum, das zum Teil sogar aus dem benachbarten Ausland den Weg in den kleinen Ortsteil von Rommerskirchen suchte, die an die ursprüngliche Herkunft dieser Klänge im Süden der Vereinigten Staaten gemahnende drückende Gewitterschwüle, die Gastronomie und – ganz besonders – die phantastischen Musiker. Den Anfang  in Sinsteden machte bei aller sonstigen Gleichwertigkeit der norwegische Bluesgitarrist und -sänger Daniel Eriksen als Star des Abends. In der Abfolge danach trat die niederländische Bluesband Stackhouse auf, und für „explosiven American Blues made in Italy“ sorgte dann Morblus.

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Daniel Eriksen, der weltweit längst bei den ganz Großen der Blues-Szene mitmischt, verblüffte mit seiner coolen Souveränität und dem eigentlich gar nicht nötigen, doch nachhaltig erbrachten Beweis, wie gut Blues-Rock ankommt. Die aufgemischten Besucher dankten es mit Anfeuerungen und rauschendem Beifall. „Er steht an der Schwelle zum ganz großen Durchbruch“, prognostizierte der ausgewiesene Blues-Experte Ulrich Weidenhaupt dem Besucher. Stackhouse mit Frontmann Machiel Meijers zitierte die goldene Ära des Chicago-Blues und bestritt das Programm mit erfrischenden Eigenkompositionen sowie bekannten Blues-Klassikern.

American Blues at its best der explosiven Art präsentierten die Italiener, auch wenn ihre unbändige Ladung Adrenalin überwiegend aus eigenen Songs bestand. Um den Sänger und Gitarristen Roberto Morbioli hat sich da eine Band mit einem einzigartigen Klangmix zusammengefunden, der ihre ohnehin bereits angeheizten Zuhörer zusätzlich mitriss. Kenner und Newcomer kamen an diesem sommerlichen Abend im Landwirtschaftsmuseum also ganz auf ihre Kosten. Das Außergewöhnliche war die musikalische Regel, das Vertraute wurde gern mitgenommen, und spätestens beim abschließenden Jam zeigte sich, wie quicklebendig der Blues Rock heute ist.

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