Rheinberg: Nach dem Tod der Frau vier Wochen ohne Telefon

Rheinberg: Trauernder Rheinberger vier Wochen ohne Telefon

Norbert Ricking hat schwere Wochen hinter sich. Seine Frau Agnes ist am 21. Juni verstorben. Genau zu dieser Zeit fällt sein Festnetzanschluss aus. Die Telekom braucht vier Wochen, bis der Schaden repariert ist.

Norbert Ricking hat schwere Wochen hinter sich. Seine Frau Agnes, mit der der Rheinberger 53 Jahre lang verheiratet war, ist am 21. Juni verstorben. Verständlich, dass den 86-Jährigen ein solch einschneidendes Erlebnis mitgenommen hat. Zu aller Trauer komme aber auch noch Verärgerung dazu, wie Ricking erzählt: „Genau in der Zeit, als meine Frau im Sterben lag, fiel bei mir zu Hause das Telefon aus. Und es hat vier Wochen gedauert, bis die Telekom den Schaden endlich repariert hatte.“

Sein Sohn habe sich gekümmert, berichtet Norbert Ricking: „Er hat für mich die Störungsstelle der Telekom angerufen und darum gebeten, dass jemand rauskommt.“ Aber lange Zeit sei nichts passiert. Immer wieder Anrufe bei der Telekom, immer wieder Versprechungen, die nicht eingehalten worden seien.

Norbert Ricking hatte Ärger mit der
Norbert Ricking hatte Ärger mit der Telekom. Der 86-Jährige war vier Wochen ohne Festnetzanschluss. Foto: Uwe Plien

Norbert Ricking: „Das alles war für mich in dieser Situation sehr schwer zu ertragen. Meine Frau lag im Krankenhaus, da mussten viele Dinge geregelt werden. Das musste ich alles von meinem Handy aus erledigen. Als meine Frau dann verstorben war, war ich noch in einem ganz anderen Maße auf einen Festnetzanschluss angewiesen. Ich musste ein Telefonat nach dem anderen führen. Nachbarn, Freunde, Verwandte, Bekannte wollten mir Beileid wünschen, erreichten mich aber nicht. Das war alles sehr unangenehm.“

Erst nach vier Wochen kam dann die lange ersehnte technische Hilfe, wie der 86-Jährige sagt: „Ein Termin wurde ausgemacht, eine Technikerin kam zu mir nach Hause an die Alte Rheinstraße, schaute sich den Anschluss im Keller an, musste dann ein paar Häuser weiter an einem Knotenpunkt und hatte nach 20 Minuten alles fertig.“

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Erst danach wurde Ricking bewusst, wie viele Menschen ihm Nachrichten auf seinen Anrufbeantworter gesprochen hatten, kondolierten oder sich nach dem Befinden des Witwers erkundigten.

Am Tag nach der Reparatur habe er dann einen „Kontrollanruf“ einer Telekom-Mitarbeiterin erhalten, so Norbert Ricking, der hinzufügt: „Der Dame habe ich erst einmal Bescheid gegeben, auch wenn sie sicher nichts dafür konnte, dass es so lange gedauert hat. Aber ich war wirklich sauer.“

Nun ist Norbert Ricking sehr gespannt darauf, wie seine nächste Telefonrechnung ausfällt. „Wenn ich einen ganzen Monat lang nicht telefonieren kann, bin ich auch nicht bereit, dafür zu bezahlen“, betont er. Bis jetzt habe er von der Telekom noch nichts gehört, was ihn sehr enttäusche. Ricking: „Keine Entschuldigung, keine Entschädigung, gar nichts. Ich finde, so kann man mit seinen Kunden nicht umgehen.“