Fußball : Uedesheim viel zu harmlos

Beim 0:0 gegen den Neuling VSF Amern agierte der SVÜ zu umständlich. In der zweiten Hälfte schoss der Tabellenführer der Landesliga nicht einmal auf das Tor. Das Polster auf die Verfolger ist aber (noch) beruhigend.

Es hat in dieser Saison schon schönere Spiele des SV Uedesheim gegeben — zu dieser Erkenntnis gelangte nach dem trostlosen 0:0 des Landesliga-Tabellenführers gegen den VSF Amern nicht nur Trainer Ingmar Putz: "Heute war keine Bewegung in unserem Spiel, wir haben gegen die tief stehenden Amerner einfach kein Mittel gefunden."

Die mit sechs Siegen in Folge im Gepäck angetretenen Gastgeber rannten 90 Minuten lang erfolglos gegen das Bollwerk aus Amern an. Ohne die verletzten Offensivkräfte Mo Salou und Andrej Hildenberg fehlte dabei in den entscheidenden Situationen die Spritzigkeit, nach der Pause blieb Uedesheim trotz viel Ballbesitz sogar ohne einen Torabschluss.

Dabei war dem Tabellenführer der Wille nicht abzusprechen, das Spiel von Beginn an schnell machen zu wollen. Aus dem Zentrum versuchten die Gastgeber immer wieder, die Spitzen mit langen Bällen zu füttern. Hatte ein solcher beim 1:0 in Langenfeld drei Tage zuvor noch für die Entscheidung gesorgt, zeigten die langen Amerner Verteidiger gestern keinerlei Probleme bei deren Entschärfung. Zu Möglichkeiten kam der SVÜ nur per Kopf, Senol Eren, Malte Hauenstein und Alpay Kus platzierten den Ball aber jeweils knapp über das Tor.

Die beste Gelegenheit ergab sich aber eher zufällig: Verteidiger Dominik Kleinen schoss Hauenstein bei einem Klärungsversuch ab, der Ball flog als Bogenlampe über Torhüter Dennis Metten, der ihn gerade noch von der Torlinie kratzen konnte — gleichzeitig die stärkste Aktion des durchaus überwindbar wirkenden Keepers. Nach der Pause kam ein Bruch in das Spiel der Uedesheimer, bis auf den wie entfesselt spielenden Yasuhito Sunohara mochte sich kein Spieler so recht in Szene setzen.

Amern stellte sich tief in die eigene Hälfte und stellte die Hausherren so vor unlösbare Probleme: In eine Eins-gegen-eins-Situation kamen sie praktisch überhaupt nicht, vor allem Spielmacher Samir Saysay hatte stets zwei Gegenspieler auf den Füßen. Auch der eingewechselte Mittelstürmer Ben Gencer war bei seinen Bewachern bestens aufgehoben. Selbst hatte der VSF aber zwei dicke Möglichkeiten: Dennis Brinschwitz brachte zwei giftige Flachschüsse auf das Tor, die Dustin Gottlebe mit Glanztaten entschärfte.

"Nach so einem Spiel", fand Putz, "muss man mit einem Punkt auch einfach mal zufrieden sein. Die Tabelle sieht ja auch weiterhin freundlich aus." In der liegt der SVÜ fünf Punkte vor der TuRU-Reserve, die aber ohnehin nur aufsteigen darf, wenn dies auch die Erstvertretung in der Niederrheinliga tut. Ärgster Verfolger bleibt daher der FC Remscheid. Der hat zwar acht Punkte Rückstand, aber auch noch zwei Spiele mehr zu absolvieren.

(NGZ)