Fechten : Säbelfechter holen WM-Silber

Bei den Weltmeisterschaften in Moskau haben die deutschen Junioren gestern Abend im Mannschaftswettbewerb den dritten Titelgewinn in Folge verpasst. Im Finale unterlagen Richard Hübers & Co. den starken Ungarn mit 37:45.

Bei den Weltmeisterschaften in Moskau haben die deutschen Junioren gestern Abend im Mannschaftswettbewerb den dritten Titelgewinn in Folge verpasst. Im Finale unterlagen Richard Hübers & Co. den starken Ungarn mit 37:45.

Nach der 37:45-Niederlage im Finale gegen Ungarn saß der Frust bei Richard Hübers (TSV Bayer Dormagen), Maximilian Kindler und Florian Lehnert (beide TSG Eislingen) erst mal tief. Bundestrainer Olaf Kawald (Dormagen) konnte die Enttäuschung der erfolgsverwöhnten deutschen Junioren über den verpassten Titel bei der Fecht-WM in Moskau nachvollziehen, gab aber zu bedenken: "Silber ist stark – das gewinnst du nicht mal so eben."

Von Beginn an waren die deutschen Fechter mächtig gefordert worden. So ging es bereits im Achtelfinale gegen China. "Das hat uns umgehauen", bekannte Kawald, der sich beim besten Willen nicht erklären konnte, warum die Asiaten, die zuvor Großbritannien mit 45:23 verprügelt hatten, so schlecht gesetzt waren. "Normalerweise bekommst du zum Aufwärmen einen leichteren Gegner." Noch kalt – Deutschland hatte in der Runde der besten 32 noch nicht ins Geschehen eingreifen müssen – geriet der Titelverteidiger prompt mit 8:20 ins Hintertreffen. Für die Wende sorgte erst Richard Hübers. Der Bronzemedaillengewinner im Einzelwettbewerb brachte sein Team wieder in Führung, "und dann haben wir das Ding bis zum 45:38 durchgezogen", stellte Kawald erleichtert fest.

Fürs Achtelfinale stellt er trotzdem um: Für den diesmal leicht indisponierten Robin Schrödter (TSV Bayer Dormagen) brachte er den Eislinger Florian Lehnert. Unbeeindruckt davon hielt die Ukraine bis zum letzten Gefecht prächtig mit, was Kawald indes keineswegs überraschte: "Die fechten gegen uns immer gut." Allerdings fehlte ihnen ein Fachmann wie Hübers, der, als Schlussfechter eingesetzt, neben unbestreitbarer Klasse auch über die nötige Ruhe in engen Duellen verfügt. Nach dem hauchdünnen 45:44-Sieg bilanzierte sein Trainer geschafft: "Dieses Ergebnis sagt alles." Und als wäre das nicht genug der Aufregung, wartete im Halbfinale das Team der Gastgeber. "Und Russland in Russland zu schlagen, das ist schon eine echte Herausforderung", findet Kawald. Hübers, Kindler und Lehnert behielten erneut die Nerven, und das war wichtig, "denn wir lagen zwar immer vorne, kamen aber nie richtig weg", erklärte Kawald nach dem 45:43.

Finalgegner Ungarn war auf dem Weg zum Titelkampf auf viel weniger Widerstand gestoßen: Hongkong (45:28), Frankreich (45:36) und Weißrussland (45:33) erwiesen sich kaum als ernsthafte Konkurrenz für die Magyaren. "Vielleicht fehlte uns etwas die Substanz", vermutete Kawald. Nach einer 25:23-Führung baute das deutsche Team merklich ab. Kawald: "Aber die Ungarn waren auch sehr stark."

(NGZ)