Fußball : SCK setzt auf Leidenschaft

Dem in jeder Beziehung bestens ausgestatteten TV Jahn Hiesfeld wollen Kapellens Niederrheinliga-Fußballer am Ostermontag vor allem mit Herzblut begegnen. Denn die personelle Lage ist weiterhin alles andere als rosig.

Kapellen Sollte Markus Anfang in für ihn hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft auf der Trainerbank eines Profivereins sitzen, hat er es in einer Kunst bereits zur Meisterschaft gebracht: in der Improvisation. Weil beim seit Monaten von einem fast schon unheimlichen Verletzungspech geplagten Niederrheinligisten SC Kapellen Kontinuität ein Fremdwort ist, fängt der ehemalige Bundesliga-Fußballer in Sachen Aufstellung Woche für Woche von vorne an. So auch vor dem Gastspiel am Ostermontag (15 Uhr) beim TV Jahn Hiesfeld.

Valentin Rittmann und Alexander Sitter liegen schon seit Monaten verletzt auf Eis, Simon Kozany, dessen überwunden geglaubte Blessur am Oberschenkel wieder aufgebrochen ist, fehlt ebenfalls seit Wochen. Ruben Reichel bangt nach der Kollision mit dem Bösinghovener Boubacar Coulibaly vor knapp drei Wochen immer noch um seine Schneidezähne. Dalibor Cvetkovic, dessen Muskelverletzung sich inzwischen als kleiner Faserriss entpuppt hat, setzte zuletzt zweimal in Folge aus. Sein Einsatz ist ebenso ungewiss wie der von Abwehrchef Stefan Dresen, dem eine alte, ganz offenbar nur unzureichend verheilte Fraktur am Fuß schwer zu schaffen macht.

Die Folge: Die Übungseinheiten am Dienstag bestritt Anfang mit nur zwölf Feldspielern — Thivaskar Pharathithasan aus der Bezirksliga-Vertretung und der nach seiner Roten Karte in Bocholt gesperrte Frederik Leufgen mitgerechnet. Da ist es gut, dass Benny Schütz mit dem starken 45-minütigen Auftritt am vergangenen Sonntag "eindrucksvoll bewiesen hat, dass er wieder da ist", sagt Anfang, gibt aber sofort zu bedenken: "Man darf nicht vergessen, er hat nach seiner Meniskusoperation fast fünf Monate nicht gespielt. Wir dürfen ihn nicht überfordern." Als Blaupause für die Begegnung in Hiesfeld will der Coach die Leistung nach der Pause in Bocholt nutzen, als der SCK in Unterzahl noch zum Ausgleich kam. "Das hatte für mich Signalwirkung. Diesen Willen, diese Leidenschaft und dieses Herzblut will ich auch am Montag sehen. Nur so können wir da bestehen."

Von den Voraussetzungen her sieht Anfang die Gastgeber in einer anderen Liga: "Das ist ein absoluter Topgegner. Die fahren ins Trainingslager nach Prag und bereiten sich in der Türkei auf die Saison vor." Da die Elf von Trainer Christoph Schlebach die Qualifikation für die Oberliga Niederrhein bereits in der Tasche hat, schielt der Verein drei Jahre nach dem Aufstieg sogar noch auf die Regionalliga. Die Lizenz ist jedenfalls beantragt.

Das Hinspiel verlor der SCK vor heimischem Publikum zwar mit 1:3, agierte dabei aber vor allem in der zweiten Hälfte auf Augenhöhe und hätte nach einem 0:2-Pausenrückstand um ein Haar noch den verdienten Ausgleich geschafft.

(NGZ)