Lokalsport: Paralympics sind das große Ziel

Lokalsport : Paralympics sind das große Ziel

Mit bis zu 34 Stundenkilometern werden die Handbiker am Sonntag ab 14.50 Uhr bei der 20. Auflage des Internationalen City-Laufs durch die Korschenbroicher Innenstadt rasen - zumindest dann, wenn das Wetter mitspielt und es trocken bliebt.

Mitten drin im Getümmel der Handbike-Weltelite ist dann auch der Meerbuscher Daniel Petersen, der in der Szene als hoffnungsvolles Talent und als Mann für die Zukunft gehandelt wird.

Und das wohl zu Recht: Denn was der 17-Jährige, der seit seiner Geburt körperbehindert und zeitlebens auf den Rollstuhl angewiesen ist, bisher an Erfolgen vorzuweisen hat, ist schon beeindruckend - zumal der Meerbuscher erst vor knapp zwei Jahren begann, das Handbiken richtig professionell zu betreiben.

So sicherte sich Petersen im vergangenen Jahr den zweiten Platz bei den Deutschen Straßenmeisterschaften der U19, die in Bünde ausgetragen wurden, zudem wurde er am Ende der Saison mit dem gelben Trikot des besten Nachwuchsfahrers des National-Handbike-Circuit (NHC) ausgezeichnet. Hinzu kommt ein Sieg beim 9. Willicher Handicap Triathlon.

Diese Erfolge kommen nicht von ungefähr. Um seinem Ziel einer Paralympics-Teilnahme kontinuierlich näher zu kommen, nimmt der Schüler nicht nur einiges auf sich, sondern hat sich auch professionelle Hilfe geholt. An der Deutschen Sporthochschule Köln wurde extra für den 17-Jährigen ein persönliches sportwissenschaftliches Trainingsprogramm erarbeitet, das die Herzfrequenz des Meerbuschers zum Maßstab für die jeweilige Trainingseinheit nimmt.

Und die spult Daniel Petersen mindestens drei Mal in der Woche ab - zweimal im heimischen Wohnzimmer auf der Trainingsrolle, freitags von 15 bis 17 Uhr im Sportforum Kaarst. So kommen pro Woche gut und gerne sieben bis zehn Stunden Fahr- und Ausdauertraining zusammen, die durch Krankengymnastik, therapeutisches Schwimmen und Krafttraining ergänzt werden.

Seine jetzige Leistungsexplosion ist aber auch durch sein neues Gefährt zu erklären: "Ich habe quasi einen Oldtimer gegen einen Ferrari eingetauscht", erläutert Petersen die Vorteile des Wechsels. 4000 Euro mussten seine Eltern investieren, damit der Sprössling nun mit einem maßgefertigten Rennbike über die Straße rasen kann.

"Ich weiß es wirklich zu schätzen, was meine Eltern für mich tun", so der 17-Jährige, der am 13. Juni endlich volljährig wird. Denn Sponsoren haben sich im Hause Petersen trotz aller Erfolge noch nicht gemeldet. Deshalb treibt der Meerbuscher auch nebenbei seine berufliche Karriere mit der nötigen Portion Ehrgeiz weiter voran: "Mein Ausbildungswunsch ist es Kreissekretär beim Landrat des Rhein-Kreises Neuss zu werden." Die schriftliche Prüfung und ein persönliche Gespräch sind bereits absolviert - die Zusage steht jedoch noch aus.

(NGZ)
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