Handball : NHV ist "in der Liga angekommen"

Trainer Witte ist trotz 22:27 in Gladbeck nicht unzufrieden mit Drittliga-Debüt.

Es kommt selten vor, dass Trainer nach einer Niederlage zufrieden sind. Beim sonst so selbstkritischen René Witte war das nach dem ersten Drittliga-Spiel in der Vereinsgeschichte des Neusser HV dennoch der Fall: "Natürlich hätten wir lieber einen Zähler mitgenommen", meinte der Trainer nach der 22:27-Niederlage (Halbzeit 13:15) beim VfL Gladbeck, "aber das Spiel hat gezeigt, dass wir in der Liga angekommen sind."

In der Tat bewegte sich der Neuling beim Vorjahresaufsteiger lange Zeit auf Augenhöhe. "Wir hatten mehrfach die Chance auf den Ausgleich. Wenn wir den erzielt hätten, wäre die Partie vielleicht gekippt", meinte Witte. Stattdessen zogen die Gladbecker stets wieder bis auf drei Tore weg. "Aber davon hat sich die Mannschaft nie beeindrucken lassen, sondern immer weiter gekämpft", lobte Witte die Einstellung seiner Schützlinge und schlussfolgerte: "Es scheint, als ob sie aus der Pokalpleite gegen Korschenbroich ihre Lehren gezogen hätte."

So auch in der Schlussphase. 21:18 führten die Gastgeber durch den vierten Treffer von Heiko Brandes nach 48 Minuten. Doch Thomas Bahn und Max Wilms (2) brachten den NHV innerhalb von sechs Minuten bis auf 21:22 heran. "Im nächsten Angriff ist uns dann der Ball einfach aus der Hand gerutscht", schilderte Witte die entscheidende Szene, "das ist Pech, aber sicher auch mangelnde Erfahrung. Gladbeck war in diesen Phasen einfach einen Tick cleverer."

Dass die Niederlage am Ende mit fünf Toren Differenz "ein bisschen zu hoch" (Witte) ausfiel, war der Tatsache geschuldet, dass die Gäste in der Schlussphase volles Risiko gingen und mit einer offenen Manndeckung versuchten, dem Ganzen noch eine Wende zu geben. Während sein Gladbecker Kollege Holger Krimphove "noch auf vielen Positionen Luft nach oben" sah, war Witte vor allem mit der Deckungsleistung zufrieden: "Die Abwehr hat gut gestanden", meinte er und machte dies daran fest, dass den Gladbecker Torjägern Max Krönung und Ruwen Thoke zusammen nur vier Feldtore gelangen. Auf der anderen Seite haben die Neusser, bei denen Philip Schneider (6/1), Christopher Klasmann (6), Max Wilms und Andreas Mailänder (je 4) das Toreschießen fast im Alleingang erledigten, noch einiges Steigerungspotenzial.

Denn während sich die Zahl der technischen Fehler (8) im überschaubaren Rahmen hielt, fand Witte die der Fehlwürfe (19) "um fünf, sechs zu viel. Da brauchen wir mehr Geduld, da schließen wir oft zu früh aus den falschen Positionen ab." Im ersten Heimspiel am Samstag (18.30 Uhr, Hammfeldhalle) hofft er auf Besserung. Die wird auch vonnöten sein, kommt im Wilhelmshavener HV doch einer der Titelanwärter.

(NGZ)