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Korschenbroich: Neuer Standort für den Fußfall

Korschenbroich : Neuer Standort für den Fußfall

Das tonnenschwere Heiligenhäuschen schwebte an einem Lastenkran durch den Ortskern: Jetzt steht der Fußfall am Zierdenweg. Die Gemeinschaft St. Antonius hat die Gebetsstätte in ihrer Obhut.

Die Mitglieder der Kapellengemeinschaft St. Antonius Korschenbroich sind zufrieden: Jetzt hat auch der Letzte von sieben Fußfällen im Ortskern seinen Platz nördlich der Bahnlinie gefunden. Das Denkmal von 1700 stand zuletzt zwischen Bahnhof und Stadtpflegebetrieb – auf dem Bauhof-Parkplatz. Der Standort war Andrea Otten schon lange ein Dorn im Auge. Nicht nur bei der jährlichen Prozession in der Karwoche fand sie den Umweg durch die Unterführung zum alten Standort unangemessen: Abgesehen vom Kreuzweg war es ihr Wunsch, dem Fußfall mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Mit Hilfe vieler – allen voran vier Handwerksbetrieben aus dem Ortskern – wurde der Umzug des mehr als zwei Tonnen schweren Heiligenhäuschens jetzt möglich.

Umzug vor vier Jahren angeregt

Bereits vor vier Jahren hatte sich Andrea Otten an den Kirchenvorstand von St. Andreas gewandt. "Mir wurde damals schon das Okay für einen Standortwechsel erteilt", erinnert sich Andrea Otten. Gespräche mit Rita Mielke, Heide Zerbe und Klaus Segbert waren der Aktion vorausgegangen. Selbst Bürgermeister Dick wurde von der engagierten Bäckersfrau, die in ihrer Freizeit gerne mal den Pilgerstab in die Hand nimmt, angesprochen: "Mir waren zunächst die Eigentumsverhältnisse völlig fremd."

Allerdings stellt sie auch anerkennend fest: "Ohne die Hilfe von Günter Thoren hätten wir als Kapellengemeinschaft St. Antonius das Vorhaben nicht meistern können. Er hat alles vorbildlich organisiert und auch den Kranwagen für die schwebende Überführung besorgt." Für Günter Thoren, Vorsitzender des Vereins "Korschenbroich – unsere Heimat", war es ein Leichtes, Handwerksbetriebe für den ungewöhnlichen Umzug zu begeistern: Thomas Goldmann hat das Fundament an der Ecke Grüner Zierdenweg/Herrenshoffer Straße gegossen. Peter Feiter hatte zuvor den Sockelstein am alten Standort Bauhof-Parkplatz abgetragen und am neuen wieder aufgemauert. Bernd Jammers wird in den nächsten Tagen aktiv. Der Landschaftsgärtner wird das Umfeld pflastern. Andrea Otten geht davon aus, dass die Aktion bis zum Monatsende abgeschlossen sein wird. Eine offizielle Einweihung will die Kapellengemeinschafts-Vorsitzende bis zum Jahresanfang organisieren.

Für Georg Onkelbach geht der Standortwechsel in Ordnung. "Wir als Stadt wollten den Fußfall zunächst in die Bahnhofsumfeld-Umgestaltung einbeziehen", sagt der Technische Dezernent. Um jedwede Formfehler zu vermeiden, war auch Dr. Ludger Sutthoff vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege vor Ort. "Wir haben alles mit ihm abgestimmt und dann dem Wunsch der Initiative entsprochen", erklärt Georg Onkelbach zum Verfahren.

(NGZ)