Jüchen : Kirche unterstützt Familien

"Willkommen in Gottes Welt!" heißt eine neue Aktion, an der sich die Evangelische Gemeinde Otzenrath-Hochneukirch beteiligt. Nur ein Beispiel für Unterstützung, die junge Eltern in der Gemeinde Jüchen erhalten.

Kinder willkommen heißen — das ist ein Ziel der evangelischen öffentlichen Bücherei Otzenrath-Hochneukirch. Aus diesem Grund beteiligt sie sich am Projekt "Willkommen in Gottes Welt!", eine Initiative der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) und des Evangelischen Literaturportals.

Dazu gehört ein "Willkommens-Buchbeutel", der an Jüchener Eltern mit Babys und Kleinkindern verschenkt wird. Er beinhaltet ein Bilderbuch, eine CD mit Kinderliedern und einen Elternbroschüre. Die ersten Exemplare warten auf die Bücherei-Besucher in Otzenrath. "Religiöse Rituale sollen zu einem festen Bestandteil in den Familien werden. Außerdem soll das Sprach- und Leseverständnis der Kinder gefördert werden", erklärt Bücherei-Leiterin Dagmar Tusch (40).

Familien-Hilfe vom Rhein-Kreis

Dieses Projekt ist ein weiteres Beispiel für Unterstützung, die Familien im Rhein-Kreis Neuss erhalten. In Jüchen gibt es zudem Hilfe durch das Kreisjugendamt. Seit drei Jahren besucht die Sozialpädagogin Regina Schauten Eltern und ihre Babys. Sie bringt nicht nur ein Start-Paket mit, sondern hilft Familien bei Fragen und Problemen.

"Wir erreichen etwa 85 Prozent der jungen Eltern mit unserem Angebot", sagt Norbert Dierselhuis, Leiter des Kreisjugendamtes. "Durch das sehr frühe Kennenlernen können wir beraten und helfen." Er betont den "vorbeugenden Charakter" des Willkommenspaketes. Einer der Vorreiter ist die Stadt Dormagen, die das Baby-Willkommens-Paket bereits seit 2005 verteilt. Die neue Familienaktion der evangelischen Kirche kann Dierselhuis nur begrüßen: "Gut, dass die Otzenrather Kirchengemeinde ihre Mitglieder unterstützt."

In Otzenrath wurde das neue Familienprojekt gut angenommen. "Sechs Mütter und sieben Kinder waren bei der Premiere", sagt Dagmar Tusch. Die Kinder seien jetzt anerkannte "Bücherwichte", die einmal im Monat zum Stöbern und Lesen in die Bücherei eingeladen werden. Logopädin Dagmar Gerresheim wird die Gruppe weiterhin betreuen. Insgesamt wurden 200 000 Buchbeutel in Deutschland verteilt. Finanziert wurden sie aus Kollekten.

Warum die Beschäftigung mit Büchern nicht nur wertvolle gemeinsame Zeit, sondern auch wichtig für die frühkindliche Bildung ist, weiß die Jüchener Logopädin Dagmar Gerresheim. Sie informiert die Eltern über die Bedeutung von Bilderbüchern und über die Sprachentwicklung von Kleinkindern: "Es ist eine andere Form, religiöse Inhalte zu vermitteln und junge Familien stärker in das Gemeindeleben einzubinden."

(NGZ)