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Sportlerwahl: Ruhig, aber extrem torgefährlich

Sportlerwahl : Ruhig, aber extrem torgefährlich

NGZ-Sportlerin des Monats Mai Theresa Laubenstein gehört im Team des Hockey-Bundesligisten HTC Schwarz-Weiß Neuss ganz gewiss nicht zu den Lautsprechern. Doch wehe, die 25-Jährige taucht im gegnerischen Schusskreis auf, dann kennt die Vollblutstürmerin meist kein Pardon.

Also, richtig gesprächig war Theresa Laubenstein gestern Mittag nicht unbedingt. Ihre Wahl zur "NGZ-Sportlerin des Monats Mai" kommentierte die Angreiferin des Hockey-Bundesligisten HTC SW Neuss schlicht: "schön". Die 25-Jährige, gerade auf dem Sprung in den Kurzurlaub nach Belgien, bevorzugt nun mal die leiseren Töne. Sich in den Vordergrund zu spielen, sei nicht ihr Ding, sagt sie. "Ich bin eigentlich eher ruhig."

Ein Wesenszug, den ihr Trainer Simon Starck nur bestätigen kann. "Sie ist nicht introvertiert, aber abseits des Platzes eben auch kein Lautsprecher", lässt er sich entlocken und fügt vergnügt an: "Sie ist nicht wie ihre Teamkollegin Sophie Steindor, die hörst du schon aus drei Kilometer Entfernung."

Doch wehe, "Resi" gerät in die Nähe des gegnerischen Gehäuses. Dann wird aus der Leisetreterin ein Derwisch. Für ihren Coach ist sie damit ganz einfach "unsere wichtigste Stürmerin — gefährlich in Eins-gegen-Eins-Situationen und mit Zug zum Tor. Wenn sie den Ball hat, will sie in den Kreis und das Tor machen."

In der abgelaufenen Bundesliga-Saison gelang dies keiner Konkurrentin besser als ihr. Mit zwölf Treffern führt die Neusserin das Tableau der deutschen Eliteklasse an, alleine in den sechs Partien der Abstiegsrunde setzte sie die Kugel fünfmal in den Kasten.

Eine Ausbeute, die aus ihr eigentlich eine sichere Kandidatin für die vom 20. bis 28. August in Mönchengladbach stattfindende Europameisterschaft der Damen machen sollte. Doch im Gegensatz zu ihren Vereinskameradinnen Lina Geyer, Luisa Steindor und Lena Andersch steht sie noch nicht mal im erweiterten Kader von Bundestrainer Michael Behrmann.

Für Theresa Laubenstein ist das freilich gar kein Problem. "Nationalmannschaft habe ich ja mal gespielt", sagt sie, "aber, um dabeizubleiben, hätte ich mehr investieren müssen". Ihr Fokus lag indes schon recht früh auf der akademischen Ausbildung. Sie studierte Deutsch und Englisch auf Lehramt und absolviert zurzeit an der Katholischen Grundschule Höhenstraße in Düsseldorf-Oberbilk ihr Referendariat.

Ihre Zukunft liegt im Rheinland, das für viele Hockey-Spielerinnen fast schon obligatorische Gastspiel im Ausland ist längst abgehakt. "Ich war während des Studiums in England — allerdings ohne Hockey." Ihrem Sport und damit dem erst vor einem Jahr in die Erste Bundesliga aufgestiegenen HTC SW Neuss wird sie damit erhalten bleiben. Eine ganz schlechte Nachricht für alle Torfrauen im Lande.

Elke Golm aus Neuss hat den Trainingsgutschein im Wert von 50 Euro der medicoreha in Neuss gewonnen.

(NGZ/rl)