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Fußball: Interview mit Hamid Derakhshan, Trainer der Holzheimer SG

Interview mit Hamid Derakhshan : „Fußballer müssen in einer Gruppe zusammen sein“

Der Trainer des Fußball-Landesligisten Holzheimer SG steht der Rückkehr seiner Schützlinge auf den Platz schon am 30. Mai sehr kritisch gegenüber. Ein Gespräch mit Hamid Derakshan.

Handball, Basketball, ja auch Fußball: Sport mit Körperkontakt ist in Nordrhein-Westfalen ab dem 30. Mai wieder erlaubt. Die neue Corona-Freiheit hat bei Vereinen jedoch für Verwunderung, teilweise sogar heftige Kritik gesorgt. Die NGZ-Sportredaktion sprach natürlich auch darüber mit Hamid Derakhshan, Trainer des Fußball-Landesligisten Holzheimer SG.

Herr Derakhshan, Schuhe geputzt, Bälle aufgepumpt und die Trainingshütchen sortiert? Bald geht es endlich wieder los!

Hamid Derakhshan Ich frage Sie, ist es dafür nicht noch ein bisschen früh? Gerade noch sind die Jungs alleine durch den Wald gelaufen, haben zu Hause in virtuellen Trainingseinheiten an ihrer Fitness gearbeitet. Und plötzlich soll alles wieder erlaubt sein.

Ein bisschen mehr Euphorie wäre aber schon angebracht ...

Derakhshan Verstehen Sie mich nicht falsch. Die Jungs scharren schon mit den Hufen. Zwar haben wir mithilfe einer App für Wettkampf gesorgt, haben Rankings über drei und fünf Kilometer erstellt oder Höchstgeschwindigkeiten ermittelt. Aber wir sind keine Leichtathleten. Und noch wichtiger: Der Fußballer muss in einer Gruppe sein, ist ein Vollblut-Teamsportler. Uns fehlt es, nach dem Spiel zusammenzusitzen und über Gott und die Welt zu sprechen.

Aber Sie planen schon die Rückkehr auf den Platz. Wie könnte die aussehen?

Derakhshan Wir werden zwei Gruppe bilden und versuchen, mit Stationstraining alles abzudecken – ohne Zweikämpfe, denn wir wollen gar nichts riskieren.

Zum Schluss: Sie haben Ihren Vertrag verlängert. Was war dafür ausschlaggebend?

Derakhshan Ich bin ja noch nicht so lange da, aber wir haben uns in dieser kurzen Zeit immer besser kennengelernt. Der Verein ist mir sehr sympathisch, ich mag den ehrlichen Umgang miteinander. Ganz wichtig war mir darum, dass auch der gesamte Stab bleibt.