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Korschenbroich: Feuerwehr produziert bald Strom

Korschenbroich : Feuerwehr produziert bald Strom

Mit der neuen Feuerwache in Liedberg betritt die Stadt Korschenbroich Neuland. Der Neubau erhält eine Fotovoltaikanlage, mit der die Feuerwehr zum (kleinen) Stromproduzenten wird. Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan, so dass mit dem Umzug Ende November zu rechnen ist.

Korschenbroich Die Tage bis zum Umzug in die noch im Bau befindliche Feuerwache sind gezählt. Und so ist der Ärger der Feuerwehrkameraden um Löschgruppenführer Michael Kluth längst verraucht. Immer wieder hatten die Ehrenamtler auf ihre beengte und längst nicht mehr zeitgemäße Unterkunft an der Mühle aufmerksam gemacht.

Jeder Einsatz dort wird zur Herausforderung. Alleine das Löschfahrzeug aus oder in die Garage zu chauffieren, erfordert mehr als Fingerspitzengefühl. Vergisst jemand den Außenspiegel des Einsatzfahrzeuges zurückzuklappen, ist er ab. Die Enge der Garage setzt sich dann in der Umkleide fort. Seinerzeit wurden die Spinde nach Körpermaßen vergeben: Im Wechsel treffen dort schmächtige und kräftige Feuerwehrmänner aufeinander.

Doch all diese Probleme haben die Liedberger Feuerwehrkameraden schon lange abgehakt. Sie sehen, wie ihr neues Domizil an der so genannten "Gummi-Ecke" von Tag zu Tag mehr an Form gewinnt. Und so war es gestern auch keine Besonderheit, dass beim Rundgang durch den Rohbau Stadtbrandinspektor Frank Baum und Bürgermeister Heinz Josef Dick als Chef der Feuerwehr immer wieder auf Loschgruppen-Mitglieder trafen.

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Und so wurde von Rüdiger Kaulhausen, von Hause aus Schreiner und Fensterbauer, mit einem geschulten Blick alles noch einmal genauestens inspiziert. "Wir treffen uns jeden Donnerstag zur Baubesprechung", so Frank Baum. Der Stadtbrandinspektor trifft sich dann immer mit Michael Kluth und Achim Hintzen zur Manöverkritik. In der Regel sind von der Stadt noch Bauleiter Michael Deprez und die Architektin Marion Farin mit von der Partie.

"Es wird ein Schmuckstück", darüber sind sich alle Löschgruppenmitglieder einig. Auch wenn sie noch die eine oder andere freiwillige Arbeitsstunde ableisten müssen. Mehr als zufrieden äußerte sich auch Frank Baum als Wehr-Chef: "Die Stadt Korschenbroich steht wie eine Eins hinter ihrer Feuerwehr. Wir werden vorbildlich unterstützt."

Das zu hören, tat dann auch Bürgermeister Heinz Josef Dick gut. Der auch im Gegenzug die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr für die Bürger herausstellte: "Die Kameraden sind zu jeder Tages- und Nachtzeit — bei Feuer, Unfällen und Unwettern — für den Bürger im Einsatz. Da steht ihnen auch eine ordentliche Unterkunft und die entsprechende Ausrüstung zu."

Dass dies in Zeiten schwieriger Finanzen nicht einfach ist, weiß Dick. Er weiß aber auch, dass eine Freiwillige Feuerwehr immer noch wesentlich kostengünstiger ist als hauptamtliche Feuerwehrmänner. Und so freut er sich mit der Löschgruppe auf den Umzug Ende November. "Wir liegen im Zeitplan." Dass das 765 000-Euro-Projekt allerdings nicht im Kostenrahmen liegt, soll in der kommenden Woche in der Kämmerei thematisiert werden. "Wir rechnen mit 100 000 Euro Mehrkosten", so Dick weiter. Die Kostensteigerung begründet Michael Deprez mit einer neuen Norm im Katastrophenschutz: "Die Feuerwache muss erdbebensicher sein. Damit wurde mehr Stahl und Stahlbeton für den Rohbau zwingend notwendig."

Mit der Einweihung im Dezember feiert die Stadt auch eine Premiere. Auf dem Pultdach der Fahrzeughalle wird eine Fotovoltaikanlage installiert. Das heißt, die Stadt Korschenbroich gibt sich zukunftsweisend: Die Sonnenenergie wird in Strom umgewandelt. Und der Strom wird dann ins allgemeine Netz eingespeist. "Ein Beitrag für die Umwelt", so Dick, "der sich auch in zwölf bis 15 Jahren rechnet." Wenn sich die Anlage amortisiert hat, fließen pro Jahr rund 5000 Euro in die Stadtkasse.

(RP)